Verpackungsbox-Lexikon

Geschenkboxen mit „abgerundeten Ecken“: 3 reale Strukturgrenzen – Innenradius, Außenradius und Radius in der Stanzschneidelinie – welche drei Werte Druckereien bei abgerundeten Boxen zuerst festlegen sollten

📅 2026-11-06 ✍️ Wuxi Lexiang Printing & Packaging ⏱ 3Min. Lesezeit

💡 💡 Auf einen Blick

Abgerundete Ecken wirken in einer Geschenkbox wie ein ästhetisches Detail, stellen technisch jedoch eine hohe Anforderung dar. Es gibt drei reale Grenzen. ① Außenradius: Die sichtbare Kontur, deren Kosten in der Ausschussrate liegen. Bei rechtwinkligen Stanzkonturen fällt regelmäßiger Streifenabfall an, der sich mit anderen Versatzformen zusammenlegen lässt. Bogenförmiger Abfall kann dies nicht und benötigt daher einen eigenen Platz. Bei einer Box mit einem Umfang von 400mm erhöht eine Radiusvergrößerung von 3mm auf 8mm den Gesamtumfang des Abfalls um etwa 30mm; bei großen Mengen entstehen Kostenunterschiede von Zehntausend bis Hunderttausend. Kleinere Radien erfordern gewöhnlich eine Stahlstahlklinge mit abweichenden Werkzeugkosten, Präzision und Lebensdauer. Bei Serienproduktionen mit Holz- oder Resinwerkzeugen liegt die Untergrenze bei etwa 3-5mm; darunter ist eine Stahlstahlklinge nötig. ② Innenradius: Bei einer großen Außenrundung muss die Innenkontur nach Außenradius minus Papierdicke festgelegt werden, üblicherweise bei einer Papierdicke von 0.5-2mm. Andernfalls wird die Innenauskleidung herausgedrückt, der Deckel beim Ineinandersetzen blockiert oder es entsteht Bartbildung an der Kreuzung von Prägerille und Schnittlinie. Der Außenradius ist ein Gestaltungsparameter, der Innenradius ein daraus und aus der Papierdicke berechneter technischer Parameter. ③ Klebestelle und Prägerille am Eckenradius: Kleber fließt unter Druck auf die konkave Seite und sammelt sich dort, wodurch sich die Ecke nach dem Verkleben aufwölbt und die Verbindung leicht öffnet. Die Klebestelle muss deshalb vor dem Radius unterbrochen werden; ein Entlastungsbereich von etwa einem Drittel bis zur Hälfte des Radius bleibt frei. Die Prägerille verläuft als Bogen und benötigt ein entsprechend gekrümmtes Prägewerkzeug oder eine angepasste Prägerillenstärke. Gerade Prägewerkzeuge erzeugen ungleichmäßigen Druck, mangelnde Steifigkeit und langfristiges Aufwölben. Zudem sinkt durch die Rundung die Steifigkeit der Ecken; bei schweren Produkten wie Wein, Teedosen oder Glaswaren verformen sich diese unter Druck zuerst. Vor dem Werkzeugbau legt eine Druckerei drei Werte fest: den Außenradius als Schnittmenge aus Gestaltung, technischer Untergrenze und Ausschussbudget, das Verhältnis von Innenradius zur Papierdicke anhand tatsächlich gemessener Referenzwerte sowie die Unterbrechung der Klebestelle und den Prägerillenverlauf. Letztere Angaben müssen aktiv auf dem Werkzeugplan stehen, da eine spätere Werkzeugänderung wesentlich teurer ist als die Dokumentation.

Im September 2026 kam ein Kunde einer Schreibwarenmarke mit einem Muster zu uns. Es handelte sich um eine Geschenkbox eines anderen Herstellers.

„Wir möchten das so umsetzen, aber mit noch etwas runderen Ecken. Geht das?“

Wir nahmen die Box in die Hand. Die Ecken sahen tatsächlich schön aus – kein scharf geschnittener rechter Winkel, sondern eine angenehme kleine Rundung, die sich angenehm anfühlt.

Wir fragten den Kunden: „Wissen Sie, wie die Ecken dieser Box hergestellt wurden?“

Der Kunde antwortete: „Man schneidet sie doch einfach abgerundet aus, oder?“

Wir erklärten: „Ja. Aber diese Box konnte mit Stahlstahlklinge hergestellt werden, weil ihr Eckenradius größer war als der gewünschte. Den gewünschten Effekt können wir mit einer Stahlstahlklinge nicht umsetzen.“

Der Kunde fragte: „Geht es nicht einmal mit Stahlstahlklinge?“

Wir antworteten: „Doch, aber die Kostenstruktur ist völlig anders. Und der eigentliche Schwierigkeitsgrad liegt nicht in der sichtbaren Außenrundung, sondern innen.“

Erste Grenze: Außenradius – der sichtbare Bereich, dessen Kosten in der Ausschussrate liegen

Die erste Grenze ist der Außenradius, also die sichtbare Konturlinie der Box.

Er wirkt zunächst nur wie eine gestalterische Entscheidung, wirkt sich auf die Kosten jedoch folgendermaßen aus:

Je größer der Eckenradius, desto höher die Ausschussrate. Das ist ein Grundprinzip des Stanzverfahrens. Bei einer rechtwinkligen Stanzkontur fällt regelmäßiger Streifenabfall an. Bei einer abgerundeten Kontur entstehen bogenförmige Reststücke, die beim Ausschießen nicht an andere Versatzformen anpassbar sind und daher einen eigenen Platz benötigen.

Konkrete Zahlen verdeutlichen dies: Bei einer Box mit einem Umfang von 400mm erhöht eine Vergrößerung des Eckenradius von 3mm auf 8mm den Gesamtumfang des Abfalls um ungefähr 30mm. Das klingt nach wenig, doch beim Ausschießen represents dieser bogenförmige Abfall echte Materialverschwendung. Pro Box werden einige Gramm zusätzliches Papier verbraucht. Bei großen Mengen ergeben sich daraus Unterschiede von Zehntausend oder Hunderttausend.

Der Kunde fragte: „Dann wäre ein kleinerer Radius kostengünstiger?“

Wir antworteten: „Der Radius kann nicht unterhalb der physikalischen Untergrenze des jeweiligen Stanzverfahrens liegen. Andernfalls ist die Herstellung nicht möglich. Damit kommen wir zum zweiten technischen Punkt.“

Darüber hinaus entstehen Kosten durch das Werkzeug selbst. Stahlstahlklingen (steel rule / Metallstanzklinge) sind die einzige reguläre Methode, die sehr kleine Eckenradien ermöglicht. Sie verursachen jedoch Werkzeugkosten und bieten eine hohe Präzision sowie lange Lebensdauer, weshalb sie sich für langfristige Serienaufträge eignen. Für Holz- und Resinwerkzeuge (plywood die / resin die) bestehen physikalische Untergrenzen. Bei zu kleinen Bögen reicht die mechanische Festigkeit der Klinge nicht aus, sodass die Schneide am Bogenhöchstpunkt ausbricht. Beide Werkzeugtypen sind daher für sehr kleine Eckenradien ungeeignet.

Nach unserer praktischen Erfahrung gilt: Bei einer Serienfertigung mit Holz- oder Resinwerkzeugen liegt die Untergrenze für den Eckenradius üblicherweise bei 3 bis 5mm. Unterhalb dieses Werts ist in der Regel eine Stahlstahlklinge erforderlich.

Wenn Kunden sagen, die Ecken sollten „noch runder“ werden, fragen wir daher nicht zuerst, ob dies möglich sei, sondern ob sie einen größeren oder kleineren Radius wünschen. Beide Wege führen zu completely unterschiedlichen Kostenstrukturen.

Zweite Grenze: Innenradius – unsichtbar, aber entscheidend für die Öffnbarkeit der Box

Die zweite Grenze ist der Innenradius. Er ist der kritischste und zugleich am seltensten diskutierte Bestandteil einer abgerundeten Boxstruktur.

Zunächst zur Erklärung: Eine Kartonbox mit rechtwinkliger Außenkontur besitzt wirklich vollkommen rechte Winkel? Nein. Wenn ein Stück Karton mit rechtwinkligen Ecken geschnitten wird, besitzen die beiden geschnittenen Ecken tatsächlich einen äußerst kleinen Bogen. Dieser entsteht nicht durch die Gestaltung, sondern durch die Krümmung der Klinge oder durch das natürliche Einreißen des Papiers. Dieser Bogen ist der Innenradius.

Nun ergibt sich die entscheidende Frage. Wenn die Außenkontur mit einem großen Radius von 8mm geschnitten wird, müssen die beiden entsprechenden Innenecken ebenfalls 8mm minus Papierdicke betragen. Warum wird abgezogen? Die Außenkontur bildet die äußere Papierkante, die Innenkontur die innere Papierkante. Da Papier eine Dicke hat, liegen zwischen beiden Kanten eine Papierdicke.

Diese Differenz von 0.5mm bis 2mm wirkt vernachlässigbar, hat jedoch drei praktische Folgen:

Folge eins: Die Innenauskleidung wird herausgedrückt. Wenn Innenradius und Radius der Innenauskleidung identisch sind, lässt sich die Auskleidung an der Ecke nicht einsetzen und wird vom Papier aufgehalten. Der Deckel schließt dann nicht bündig oder die Auskleidung wölbt sich auf.

Folge zwei: Beim Öffnen blockiert der Deckel. Bei Deckel- und Bodenschachteln passen Deckel und Unterteil ineinander. Nur wenn der Innenradius kleiner als der Außenradius ist, bleibt beim Ineinandersetzen Spiel. Sind beide Radien gleich oder ist der Innenradius sogar größer, stoßen die Ecken beim Einsetzen des Deckels aneinander.

Folge drei: Die Lage der Prägerille verändert sich. Die Prägerille verläuft am Eckenradius als Bogen und nicht wie bei einer rechtwinkligen Box als gerade Linie. Beim Kleben ist die Klebefläche im Bogenbereich kleiner als im geraden Abschnitt, wodurch die Bindefestigkeit an der Ecke nachlässt.

Der Kunde fragte: „Die Ecke lässt sich etwas schwer öffnen. Ist der Kleber ausgetrocknet und alles festklebt?“

Wir antworteten: „Es liegt nicht am Kleber, sondern am Innenradius. Innen- und Außenradius Ihrer Box haben denselben Wert. Beim Ineinandersetzen fehlt dadurch das Spiel, sodass die Ecken anstoßen. Die Lösung besteht darin, den Innenradius als Außenradius minus Papierdicke festzulegen und an der Ecke weniger Kleber aufzutragen.“

Bei einer abgerundeten Box müssen deshalb vor dem Werkzeugbau beide Werte feststehen: Außenradius und Innenradius. Der Innenradius ist kein Gestaltungsparameter, sondern ein technischer Parameter, der aus dem Außenradius berechnet wird.

Dritte Grenze: Verlauf von Klebestelle und Prägerille am Eckenradius

Die dritte Grenze betrifft die Verarbeitungsdetails. Hier treten bei abgerundeten Boxen in der Serienfertigung am häufigsten Probleme auf.

Erstens darf die Klebestelle nicht bis in den Eckenradius reichen. Bei einer rechtwinkligen Box kann Kleber bis in die Ecke aufgetragen werden, da diese eckig ist und der Kleber nicht ausläuft. Am Eckenradius ist die Oberfläche bogenförmig. Unter Druck sammelt sich der aufgetragene Kleber auf der konkaven Seite des Bogens – ein natürliches Fließverhalten. Dadurch entsteht eine Kleberansammlung in der Ecke, nach dem Verkleben wölbt sich der Bereich auf und reißt beim Öffnen der Klebestelle auf.

In unserem Werk wird die Klebestelle vor dem Eintritt in den Eckenradius unterbrochen. Dadurch bleibt ein kurzer, nicht geklebter „Entlastungsbereich“ frei. dessen Länge wird nach dem Eckenradius festgelegt und beträgt in der Regel ein Drittel bis zur Hälfte des Radius.

Zweitens verläuft die Prägerille am Eckenradius als Bogen, weshalb die Prägemaschine mit einem entsprechenden gekrümmten Prägewerkzeug arbeiten muss. Wird eine bogenförmige Prägerille mit einem geraden Prägewerkzeug geprägt, ist der Druck in der Mitte ungleichmäßig. Entweder wird der Bogenhöchstpunkt nicht vollständig geprägt oder das Werkzeug erreicht ihn nicht. Die Folge ist eine unzureichende Steifigkeit im Bogenbereich. Nach längerer Nutzung wölbt sich die Box dort auf.

Der Kunde sagte: „Bei unserer Box wölben sich nach einiger Zeit alle vier Ecken auf.“

Wir antworteten: „Wahrscheinlich wurde die Prägerille am Eckenradius nicht ausreichend geprägt, oder der Innenradius und die Innenauskleidung stoßen gegeneinander. Öffnen Sie die Ecke zur Prüfung. Ist die geöffnete Fläche faserig und ohne Kleber, wurde nicht durchgehend geprägt. Ist Kleber vorhanden, lässt sich die Verklebung jedoch sofort öffnen, hat sich der Kleber am Eckenradius gesammelt.“

Drittens müssen Stanzprägung und Schnittlinie getrennt betrachtet werden. Am Eckenradius überschneiden sich Schnitt- und Prägerille. In der Stanzschneidelinie entsteht an diesem Kreuzungspunkt leicht Bartbildung, weil die Klinge an der Richtungsänderung des Bogens eine minimale Abweichung aufweist. Die Endkontrolle muss diesen Bereich daher sorgfältiger prüfen als die geraden Abschnitte.

Ein weiterer praxisnaher Hinweis: Mit zunehmendem Eckenradius sinkt die Druckfestigkeit der Box. Da durch die Rundung Material an den Ecken entfernt wird, nimmt die Steifigkeit der vier Ecken ab. Bei Stapelung oder Druck während des Transports verformen sich deshalb zuerst die abgerundeten Ecken. Das bedeutet nicht, dass runde Ecken unzulässig sind. Bei schweren Produkten wie Wein, Teedosen oder Glaswaren muss der Eckenradius jedoch sorgfältig ausgewählt und darf nicht allein aus optischen Gründen vergrößert werden.

Welche drei Werte Druckereien bei abgerundeten Boxen zuerst festlegen sollten

Werden diese drei Grenzen zusammengeführt, ergeben sich vor dem Werkzeugbau drei maßgebliche Werte.

Der erste Wert ist der Außenradius. Er wird durch drei Faktoren gemeinsam bestimmt: die gewünschte Gestaltung des Kunden, die durch das Stanzverfahren bedingte Untergrenze und das Budget für die Ausschussrate. Erst die Schnittmenge dieser drei Faktoren ergibt einen praktisch umsetzbaren Radius. Wir zeigen dem Kunden drei Kandidaten: einen, der machbar ist und Material am stärksten einspart, einen, dessen Gestaltung dem Referenzmuster am nächsten kommt, sowie einen Mittelweg.

Der zweite Wert ist das Verhältnis von Innenradius und Papierdicke. Der Innenradius wird durch Subtraktion der Papierdicke vom Außenradius berechnet. Dabei ist die tatsächlich verwendete Materialstärke zu berücksichtigen. Für Karton, mit Papier kaschierten Graupappe oder mehrschichtige Verbundstrukturen in Sonderformen muss jeweils eine separate Berechnung erfolgen. Bringt ein Kunde ein Referenzmuster mit, sollte der tatsächliche Außenradius gemessen werden, am besten mit einem Zirkel oder einem Winkelmesswerkzeug, statt einen Wert wie „ungefähr 5mm“ zu schätzen.

Der Kunde sagte: „Ich habe einen Außenradius von 6mm gemessen.“

Wir antworteten: „Dann beträgt der Innenradius 6mm minus Papierdicke. Wir verwenden 400g Graupappe, kaschiert mit 128g gestrichenem Offsetpapier. Nach der Kaschierung beträgt die Gesamtdicke etwa 1.8mm, daher verwenden wir einen Innenradius von 4.2mm.“

Der dritte Wert ist die Position der Klebestellenunterbrechung und der Verlauf der Prägerille am Eckenradius. Bei einer Bestellung fragt normalerweise niemand danach, doch dieser Wert entscheidet, ob sich die Box an den Ecken öffnet oder aufwölbt. Druckereien sollten die Angaben daher aktiv auf dem Werkzeugplan vermerken, damit Kunde und Kartonagenhersteller erkennen, dass es sich um eine Sonderbehandlung und nicht um einen Fehler im Druck oder Zuschnitt handelt.

Der Kunde sagte: „Darum brauchen wir uns nicht zu kümmern, machen Sie das einfach.“

Wir antworteten: „Gerade weil Sie sich nicht darum kümmern, schreiben wir es in die Zeichnung. Die Kosten dieser wenigen Vermerke betragen nur wenige Minuten. Ohne sie müssen wir das Werkzeug nach der Freigabe ändern, und das ist wesentlich teurer.“

Ein Satz an Kunden

Zum Thema Eckenradius möchten wir Kunden vor allem Folgendes sagen: „Der Bogen, den Sie sehen, ist nur ein Drittel dieser Struktur.“

Der äußere Bogen ist die Gestaltung, der innere Bogen bildet das Zusammenbauspiel und die Prägerille mit der unterbrochenen Klebestelle im Inneren sichern die Festigkeit. Alle drei Elemente bedingen sich gegenseitig: Der Außenradius wird festgelegt, der Innenradius wird daraus berechnet, die Prägerille folgt dem Radius und die Klebestelle wird entsprechend unterbrochen. Wird ein Wert geändert, müssen die anderen drei erneut bestätigt werden.

Damit lässt sich auch eine häufig gestellte Frage erklären: „Warum sieht die Referenzbox so schön aus, während Ihre Ausführung anders wirkt?“ Die Ecken des Referenzmusters sehen deshalb schön aus, weil es beim Zusammenbau Spiel zwischen Innen- und Außenradius lässt und mit einer Stahlstahlklinge sowie einer speziellen Prägerausrüstung gefertigt wurde. Derselbe Effekt entsteht nicht durch eine etwas größere Außenrundung, sondern nur, wenn sämtliche Werte übereinstimmen.

Unsere Empfehlung an Kunden lautet daher: „Bringen Sie uns das Referenzmuster idealerweise zusammen mit der ungefähren Stückzahl mit.“ Die Verarbeitungsroute des Referenzmusters – Stahlstahlklinge oder Holzwerkzeug, spezielle Prägerausrüstung oder keine – ist an die jeweilige Menge gekoppelt. Bei kleinen Kurzchargen lässt sich der Effekt eines Serienprodukts selten mit einer Musterverarbeitung erreichen, und der Versuch ist zudem teuer.

Weiterführende Lektüre

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Häufige Fragen

Ein Kunde legt eine Geschenkbox mit sehr schön abgerundeten Ecken als Muster vor und sagt: „Machen Sie es genauso“. Warum fällt das Ergebnis anders aus?

Dafür gibt es meist drei Gründe. Erstens wurde möglicherweise eine Stahlstahlklinge verwendet, die sehr kleine Eckenradien ermöglicht. Holz- und Resinwerkzeuge haben jedoch physikalische Untergrenzen; ihre Schneide bricht bei zu kleinen Bögen aus. Zweitens muss der Radius des Referenzmusters tatsächlich gemessen worden sein: Ohne Messung des Außenradius fehlt die Grundlage für den Innenradius. Drittens und vor allem beruht die gute Optik des Musters nicht nur auf der Außenrundung. Die Innenrundung lässt Spiel beim Zusammenbau, die Klebestelle wird vor dem Eckenradius unterbrochen und für die bogenförmige Prägerille wird ein entsprechend gekrümmtes Prägewerkzeug verwendet. Wird nur die Außenrundung vergrößert und beim Innenradius kein Spiel gelassen, stoßen die Ecken aneinander und der Deckel schließt nicht bündig. Für eine originalgetreue Nachbildung müssen Außenradius, Innenradius als Außenradius minus Papierdicke, Unterbrechung der Klebestelle und Prägerillenverlauf gemeinsam abgestimmt werden. Außerdem muss die Stückzahl des Referenzmusters bekannt sein, da die Verarbeitungsroute an die Auflagengröße gekoppelt ist.

Wie beeinflusst die Größe des Eckenradius die Kosten?

Der wichtigste Einflussfaktor ist die Ausschussrate. Bei einer rechtwinkligen Stanzkontur fällt regelmäßiger Streifenabfall an, der sich mit anderen Versatzformen zusammenlegen lässt. Bei abgerundeten Konturen ist der Abfall bogenförmig und kann beim Ausschießen nicht an andere Versatzformen angepasst werden, sodass der Papierverbrauch steigt. Als grobe Orientierung: Bei einer Box mit einem Umfang von 400mm erhöht eine Vergrößerung des Eckenradius von 3mm auf 8mm den Gesamtumfang des Abfalls um etwa 30mm. Pro Box werden einige Gramm zusätzliches Papier verbraucht; bei großen Mengen ergeben sich daraus Unterschiede von Zehntausend bis Hunderttausend. Zusätzlich werden kleinere Radien in der Regel nur mit einer Stahlstahlklinge realisierbar, deren Werkzeugkosten, Präzision und Lebensdauer höher sind. Bei Serienproduktionen mit Holz- oder Resinwerkzeugen liegt die Untergrenze für den Eckenradius gewöhnlich bei 3 bis 5mm. Darunter ist normalerweise eine Stahlstahlklinge erforderlich.

Was ist ein Innenradius und warum muss er kleiner als der Außenradius sein?

Der Außenradius ist der Bogen der äußeren Papierkontur, der Innenradius der Bogen der inneren Papierkontur. Selbst bei einem als rechtwinklig gestalteten Zuschnitt hinterlässt die Krümmung der Klinge oder das Einreißen des Papiers einen äußerst kleinen Innenbogen. Wird die Außenkontur mit einem großen Radius geschnitten, muss der Radius der Innenkontur entsprechend Außenradius minus Papierdicke betragen, da zwischen den Kanten die Materialdicke liegt. Übliche Papierdicken liegen bei 0.5 bis 2mm. Sind Innen- und Außenradius gleich, kann die Innenauskleidung nicht eingesetzt werden und wird aufgehalten, der Deckel kann beim Ineinandersetzen an den Ecken anstoßen und sich schwer öffnen, und an der Kreuzung von Prägerille und Schnittlinie kann Bartbildung entstehen. Der Außenradius ist somit ein Gestaltungsparameter, während der Innenradius ein daraus und aus der Papierdicke berechneter technischer Parameter ist. Beide müssen paarweise festgelegt werden.

Warum wölben sich nach längerer Nutzung die vier Ecken einer Box mit abgerundeten Ecken auf?

Es gibt zwei häufige Ursachen, die durch Auftrennen der Ecke unterschieden werden können. Erstens verläuft die Prägerille am Eckenradius als Bogen. Bei Verwendung eines geraden Prägewerkzeugs ist der Druck am Bogenhöchstpunkt ungleichmäßig; eine unzureichend geprägte oder nicht erreichte Stelle führt zu mangelnder Steifigkeit und späterem Aufwölben. Die aufgetrennte Fläche ist dann eher faserig und zeigt keine deutliche Kleberschicht. Zweitens reicht die Klebestelle bis in den Eckenradius. Unter Druck sammelt sich der Kleber auf der konkaven Seite, wodurch sich der Bereich nach dem Verkleben aufwölbt und die Klebestelle beim Aufreißen öffnet. Hier ist Kleber vorhanden, die Verbindung bleibt jedoch schwach. Abhilfe schafft ein gekrümmtes Prägewerkzeug beziehungsweise eine angepasste Prägerillenstärke im Bogenbereich sowie eine Unterbrechung der Klebestelle vor dem Eckenradius. Als Entlastungsbereich sollte etwa ein Drittel bis zur Hälfte des Radius ohne Kleber bleiben. Außerdem muss beachtet werden, dass die Rundung Material an den Ecken entfernt und deren Steifigkeit reduziert. Bei schweren Produkten wie Wein, Teedosen oder Glaswaren verformen sich diese Ecken unter Stapel- oder Transportdruck am ehesten.

Wie sollte eine Druckerei auf die Kundenfrage reagieren, ob die Ecken noch runder sein können?

Die direkte Antwort „Ja“ oder „Nein“ ist nicht präzise, denn „runder“ kann zwei entgegengesetzte Richtungen bedeuten: einen größeren Radius, der optisch ansprechender ist, aber die Ausschussrate erhöht, oder einen Radius unterhalb der technischen Untergrenze, der aufwendiger ist und eine Stahlstahlklinge mit völlig anderer Kostenstruktur erfordert. Richtig ist eine Rückfrage: Soll der Radius größer oder kleiner werden? Dabei sollten drei Kandidaten vorgeschlagen werden: ein umsetzbarer und materialsparendster Radius, ein Radius, dessen Gestaltung dem Referenzmuster am nächsten kommt, sowie ein Mittelwert. Zugleich sollten die Kostenauswirkungen erläutert werden: die zusätzliche Abfallmenge bei einer Radiusvergrößerung von 3mm auf 8mm, die Frage, ob sich die Werkzeugkosten einer Stahlstahlklinge bei kleinen Mengen lohnen, und mögliche Auswirkungen auf die Effizienz beim Verpacken.

Was sollte eine Druckerei vor dem Werkzeugbau aktiv auf der Zeichnung für eine Box mit abgerundeten Ecken angeben?

Mindestens drei Angaben sind erforderlich. Erstens der Außenradius und die Messmethode, also ob die Zeichnung oder das Muster maßgeblich ist. Zweitens der Innenradius in Bezug auf die Papierdicke, einschließlich der Angabe, auf welche Papierlage sich die Berechnung bezieht; bei mehrschichtigen Verbundstrukturen sind die Werte getrennt anzugeben. Drittens die Position, an der die Klebestelle vor dem Eckenradius unterbrochen wird, sowie den Verlauf der Prägerille. Diese Angaben sollten als Sonderbehandlung gekennzeichnet werden, damit sie im Zuschnitt oder Druck nicht versehentlich als Fehler interpretiert werden. Die Kosten dieser Vermerke betragen nur wenige Minuten. Ohne klare Angaben kann eine Änderung des Werkzeugs nach der Freigabe oder eine Öffnung der Klebestelle in der Serienfertigung erforderlich werden, deren Nacharbeitskosten weit höher sind. Bei der Übergabe des Werkzeugplans sollten Kunde und Kartonagenhersteller daher die Angaben zusammen mit der üblichen Prüfliste erhalten.

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