Verpackungsumwelt

4 Methoden zur CO₂-Bilanzierung von Verpackungsmaterialien: Handlungsspielräume für mittelständische Druckereien bei Scope-3-Anfragen von Markenartiklern

📅 2026-09-12 ✍️ Wuxi Lexiang Printing & Packaging ⏱ 3Min. Lesezeit

💡 💡 Auf einen Blick

Bei der Bilanzierung von Verpackungs-CO2-Emissionen gibt es vier Methoden: ISO 14064, GHG Protocol, PAS 2050 und GB/T 51316. Druckereien können jedoch nur Scope 1+2 sowie direkte Produktionsdaten erfassen, da Scope 3 die gesamte Lieferkette betrifft und für Druckereien nicht zugänglich ist. Dieser Artikel erläutert die Unterschiede der vier Methoden, die drei erfassbaren Datenkategorien für Druckereien, die vier nicht zugänglichen Scope-3-Datenkategorien sowie die drei realen Anforderungsszenarien von Kunden und liefert Druckereien eine Antwortstrategie aus „Datenerfassung mit Belegnachweis plus separat ausgewiesenen Koordinationskosten".

Im Mai dieses Jahres meldete sich ein Kunde aus Nanjing bei mir, der Geschenkboxen für den Export nach Europa und in die USA herstellt. Er benötigte für seinen deutschen Einkäufer einen „Verpackungs-CO₂-Fußabdruck-Bericht". Die Vorlage des deutschen Einkäufers war eine Tabelle nach GHG Protocol Scope 3 (indirekte Emissionen der Wertschöpfungskette), in die die Druckerei die CO₂-Emissionsdaten „vom Rohstoff bis zum Verlassen des Werks" eintragen musste. Der Kunde sagte wörtlich: „Letztes Jahr haben sie das schon verlangt, ich habe es ein halbes Jahr aufgeschoben, dieses Jahr geht das nicht mehr."

Ich habe damals 3 Tage damit verbracht, verschiedene Methoden zur CO₂-Bilanzierung zu recherchieren. Am Ende lautete meine Antwort: Die Druckerei kann nur Scope 1 (direkte Emissionen) + Scope 2 (Emissionen aus zugekauftem Strom) berechnen, die Daten für Scope 3 auf der Rohstoffseite sind für die Druckerei nicht zugänglich, diese müssen vom Markeninhaber bei den Papier- und Druckfarbenherstellern angefragt werden. Dieser Kunde hat später einen externen CO₂-Bilanzierungsberater mit dem Bericht beauftragt, die Druckerei hat 5 Datenkategorien bereitgestellt, Gesamtkosten 38.000 RMB.

Das ist die realste Situation der mittelständischen Druckereien beim Thema „CO₂-Emissionen" – es gibt viele Bilanzierungsmethoden, aber die Druckerei kann nur einen Bruchteil davon berechnen.

Die tatsächlichen Unterschiede der 4 CO₂-Bilanzierungsmethoden

In der Verpackungsindustrie werden 4 Arten von CO₂-Bilanzierungsmethoden häufig eingesetzt, die sich ähnlich anhören, deren Anwendungsbereich und Berechnungslogik jedoch völlig unterschiedlich sind:

MethodeHerausgeberAnwendungsbereichDatenanforderungKann die Druckerei das leisten?
ISO 14064-1Internationale Organisation für NormungOrganisationsbezogene TreibhausgasbilanzierungScope 1+2+3 vollständigTeile von Scope 1+2 möglich
GHG ProtocolWRI + WBCSDOrganisations-/Produkt-/ProjektbilanzierungScope 1+2+3 vollständigTeile von Scope 1+2 möglich
PAS 2050British Standards Institution (BSI)Produkt-CO₂-Fußabdruck über den gesamten LebenszyklusRohstoff → Produktion → Transport → Nutzung → EntsorgungProduktionsabschnitt möglich, andere schwer
GB/T 51316-2018Chinesisches Normierungsverwaltungs­komiteeUnternehmensbezogene TreibhausgasbilanzierungScope 1+2 (nationale Compliance)Möglich, aber national hauptsächlich für Emissionshandels­unternehmen

Die Spalte „Kann die Druckerei das leisten?" dieser 4 Methoden sieht ähnlich aus, der tatsächliche Unterschied liegt in der Schwierigkeit der Datenbeschaffung. Vereinfacht gesagt:

  • ISO 14064 / GHG Protocol – internationaler Standard, am häufigsten von europäischen und US-Kunden gefordert, aber für Scope-3-Daten hat die Druckerei praktisch keinen Zugriff
  • PAS 2050 – auf Produktebene, wurde von großen Einzelhändlern wie Tesco (UK) und Albert Heijn (NL) verlangt, ist die am häufigsten herangezogene Methode für den „Verpackungs-CO₂-Fußabdruck"
  • GB/T 51316 – nationale Compliance, hauptsächlich für Emissionshandels­unternehmen (Jahresenergieverbrauch über 5.000 t Steinkohleeinheiten) erforderlich, Druckereien fallen in der Regel nicht darunter

Daher besteht die reale Bilanzierungs­situation der Druckereien zu 80 % aus ISO 14064 + GHG Protocol Scope 3 + PAS 2050 auf Produktebene, mit der nationalen GB/T 51316 hat eine Druckerei normalerweise nichts zu tun.

Die 3 Datenkategorien, die die Druckerei berechnen kann

Auch wenn die Scope-3-Daten schwer zu beschaffen sind, kann die Druckerei selbst noch 3 Kategorien berechnen, die „produktionsseitigen Basisdaten", die sie dem Markeninhaber für dessen Bericht unbedingt liefern muss:

Kategorie 1: Scope 1 direkte Emissionen (Druckfarbenlösemittel, Erdgas, Diesel)

Was die Druckerei berechnen kann:

  • Verdunstung von Druckfarbenlösemitteln – monatliche Beschaffungsmenge an Druckfarbe/Lösemittel × VOC-Emissionsfaktor (ca. 2,5–3,5 kg CO2e/kg Lösemittel)
  • Erdgasverbrennung – monatlicher Erdgasverbrauch × Emissionsfaktor (1,885 kg CO2e/m³ Erdgas)
  • Diesel/Benzin (Transport, Stromerzeugung der Druckmaschine) – monatlicher Kraftstoffverbrauch × Emissionsfaktor (Diesel 3,16 kg CO2e/L, Benzin 2,93 kg CO2e/L)

Datenquelle: „Beschaffungsjournal" + „Energiejournal" der Druckerei. LeXiang exportiert monatlich die Beschaffungs- und Energiedaten als Basisdaten für die CO₂-Bilanzierung.

Kategorie 2: Scope 2 Emissionen aus zugekauftem Strom

Was die Druckerei berechnen kann:

  • Zugekaufter Strom → monatlicher Stromverbrauch × Netzemissionsfaktor (Ostchina ca. 0,7–0,8 kg CO2e/kWh, jährlich von der nationalen Entwicklungs- und Reformkommission aktualisiert)
  • Zugekaufte Wärme → monatlicher Wärmeverbrauch × Wärme-Emissionsfaktor (ca. 0,11 kg CO2e/MJ)

Datenquelle: Stromrechnung. LeXiang archiviert die Stromrechnungen monatlich als Datenquelle für Scope 2.

Kategorie 3: Direkte Daten der Produktion (Energie- und Materialverbrauch je Produkteinheit)

Was die Druckerei berechnen kann:

  • Energieverbrauch je Produkteinheit – Strom- + Erdgasverbrauch pro Box für Druck/Stanzen/Kaschieren
  • Materialverlust je Produkteinheit – tatsächlicher vs. theoretischer Verbrauch von Papier, Druckfarbe, Klebstoff
  • Abfallaufkommen je Produkteinheit – anfallende Menge an Altpapier, Altfarbe, Altlösemittel

Datenquelle: „Produktionstagesbericht" + „Materialjournal" der Druckerei. Dies sind die Kerndaten für die „Produktionsphase" im PAS-2050-Bericht, die Druckerei muss ein Journal führen, um diese liefern zu können.

Die 4 Scope-3-Datenkategorien, die die Druckerei nicht bekommt

Scope 3 (indirekte Emissionen der Wertschöpfungskette) sind die Daten, die die Druckerei praktisch nicht beschaffen kann, sie müssen vom Markeninhaber bei den Lieferanten angefragt werden:

  1. Rohstoffbeschaffungs­phase – CO₂-Emissionen der Papierproduktion (Daten der Papierfabrik), CO₂-Emissionen der Druckfarbenproduktion (Daten des Druckfarbenherstellers), CO₂-Emissionen der Klebstoffproduktion (Daten des Klebstoffherstellers). Die Druckerei kann lediglich Lieferantenname und Beschaffungsmenge erfassen, die konkreten Emissionsdaten müssen vorgelagert angefragt werden
  2. Upstream-Transport – Emissionen aus Transportdistanz, -art und -menge der Rohstoffe vom Lieferanten zur Druckerei
  3. Downstream-Transport – Emissionen aus dem Transport der Fertigprodukte von der Druckerei zum Lager des Markeninhabers / zum Einzelhandel
  4. Produktnutzung und -entsorgung – Emissionen bei der Nutzung der Verpackung durch den Verbraucher sowie Emissionen aus Recycling/Verbrennung/Deponierung nach der Entsorgung

Genau das macht Scope 3 so schwierig – die gesamte Lieferkette ist betroffen, die Druckerei ist nur ein Glied davon und kann nicht eigenständig bilanzieren. Der Kunde aus Nanjing hat letztlich eine CO₂-Bilanzierungsberatung beauftragt, die Beratung hat bei der Papierfabrik die CO₂-Fußabdruckdaten der Papierherstellung angefragt (europäische und US-Papierfabriken haben diese Daten in der Regel), die Druckerei lieferte nur Scope 1+2 + direkte Produktionsdaten.

Reale Bedarfsszenarien bei 3 Kundenarten

Die CO₂-Emissionsanforderungen, denen die Druckerei bei verschiedenen Kunden begegnet, unterscheiden sich stark, ich gliedere sie in 3 Kategorien:

Szenario 1: Europäische/US-Markeninhaber verlangen Scope-3-Bericht

Am häufigsten. Gefragt ist nicht der Bericht der Druckerei, sondern die „Beitragsdaten der Druckerei innerhalb von Scope 3". Die Druckerei liefert 5 Kategorien von Produktionsdaten (Papierverbrauch, Druckfarben-/Lösemittelverbrauch, Stromverbrauch, Gasverbrauch, Transportdistanz), der Markeninhaber oder eine Drittstelle fasst diese zu einem Scope-3-Bericht zusammen.

Reales Beispiel: Eine Druckerei in Jiangsu, die Elektronikverpackungen für Apple und Dell herstellt, Apple verlangt eine Scope-3-Datentabelle, die Druckerei reicht jährlich eine Excel-Vorlage ein und füllt die 5 Datenkategorien monatlich aus, Apple hat ein eigenes Team, das daraus den Scope-3-Bericht für das Gesamtprodukt erstellt. Die Druckerei ist lediglich „Datenlieferant", nicht „Berichtersteller".

Szenario 2: E-Commerce-Plattformen verlangen CO₂-Fußabdruck für grüne Verpackungen

Mittlere Häufigkeit. JD, Tmall und Amazon haben Offenlegungs­anforderungen für den CO₂-Fußabdruck grüner Verpackungen eingeführt, aber dies ist meist „empfohlene Offenlegung", nicht verpflichtend. Wenn die Druckerei eine solche Anfrage erhält, geht sie real so vor:

  1. Lieferung der 5 Basisdatenkategorien je Produkteinheit
  2. Der Markeninhaber beauftragt eine Drittstelle mit dem vollständigen Bericht
  3. Die Berichtskosten trägt der Markeninhaber, die Druckerei erhält eine „Datenbereitstellungs­gebühr" von 500–1.500 RMB pro Auftrag

LeXiang verfährt aktuell so, dass die „Datenbereitstellungs­gebühr" separat im Angebot ausgewiesen wird, nicht mit dem Box-Stückpreis vermischt, damit der Kunde genau weiß, wofür er zahlt.

Szenario 3: Behörden/Branchenverbände verlangen Low-Carbon-Vorzeigeprojekte

Selten, aber wichtig. Die Industrie- und IT-Behörden von Jiangsu, Guangdong und Zhejiang haben Programme wie „Low-Carbon-Vorzeigebetrieb" und „Grüne Fabrik", die Unternehmen müssen einen CO₂-Emissionsbericht vorlegen. Bei dieser Anforderung geht die Druckerei wie folgt vor:

  • Für die Bewerbung um „Grüne Fabrik"/„Low-Carbon-Vorzeigebetrieb" muss ein GB/T 51316-Bericht erstellt werden, Dauer 3–6 Monate, Kosten 50.000–100.000 RMB
  • Die staatliche Bewertung beinhaltet in der Regel spezielle Zuschüsse, tatsächliche Nettokosten der Druckerei: 20.000–50.000 RMB

LeXiang hat sich 2025 einmal für die Auszeichnung „Grüne Fabrik auf Provinzebene Jiangsu" beworben, der CO₂-Emissionsbericht kostete 48.000 RMB, der staatliche Zuschuss belief sich auf 30.000 RMB, Nettokosten 18.000 RMB. Die Zertifikatsgültigkeit beträgt 3 Jahre, während dieser Zeit gibt es Pluspunkte bei staatlichen Aufträgen.

3 Reaktionsstrategien für die Druckerei

Angesichts der immer häufiger werdenden Anfragen zu CO₂-Emissionsdaten gibt es für die Druckerei 3 Reaktionsstrategien:

Strategie 1: Aufbau eines Journals mit 5 Datenkategorien – Papierbeschaffungsmenge, Druckfarben-/Lösemittelbeschaffungsmenge, Stromverbrauch, Gasverbrauch, Transportdistanz. Monatliche Archivierung als CO₂-Bilanzierungs­basis. Kostenaufwand: 1 Sachbearbeiter, 1–2 Tage/Monat.

Strategie 2: Die Druckerei erstellt nicht aktiv selbst einen „CO₂-Fußabdruck-Bericht" – das ist Aufgabe spezialisierter Beratungs­unternehmen; für die Druckerei wäre es zu teuer und fachlich nicht abgedeckt. Die Druckerei agiert als „Datenlieferant", übergibt die Daten an den Markeninhaber oder eine Drittstelle.

Strategie 3: „CO₂-Datenbereitstellungs­gebühr" separat im Angebot ausweisen – 500–1.500 RMB je Vorgang, damit der Kunde versteht, dass die CO₂-Daten der Druckerei kostenrelevant sind, nicht kostenlos sind. Das ist die erste Möglichkeit für mittelständische Druckereien, im Bereich CO₂-Emissionen Geld zu verdienen.

Die 5 Kernfelder des CO₂-Datenjournals

Für den Aufbau des CO₂-Datenjournals sind 5 Kernfelder zwingend erforderlich:

  1. Papierbeschaffungsmenge (kg/Monat) – aufgeschlüsselt nach SKU, inkl. FSC-/Recyclingpapier-Kennzeichnung
  2. Druckfarben-/Lösemittelbeschaffungsmenge (kg/Monat) – aufgeschlüsselt nach Druckfarbentyp (wasserbasiert/lösemittelbasiert/UV)
  3. Stromverbrauch (kWh/Monat) – aufgeschlüsselt nach Werkstatt
  4. Gasverbrauch (m³/Monat) – aufgeschlüsselt nach Verwendungszweck (Druck/Kantine/Wohnheim)
  5. Transportdistanz (km/Monat) – aufgeschlüsselt nach Rohstoff/Fertigprodukt und Transportart

LeXiang hat im ERP 5 Felder ergänzt und exportiert monatlich eine Excel-Datei an den Kunden. Die Drittstelle des Kunden erstellt mit dieser Excel direkt den Bericht, die Effizienz ist sehr hoch.

Zentrale Einschätzung

Die Druckerei muss beim Thema „CO₂-Emissionen" klar bleiben: die Bilanzierungsmethode ist Sache des Markeninhabers, die Druckerei kann lediglich die 5 Basisdaten liefern. Nicht einen Scope-3-Bericht annehmen, nur um den Auftrag zu bekommen, fachliche Kompetenz und Datenzugang reichen dafür nicht aus. Das Datenjournal sauber führen und die Bereitstellungs­gebühr klar separat ausweisen, das ist die Haltung, mit der die Druckerei bei der CO₂-Compliance dauerhaft bestehen kann.

Weiterführende Lektüre: 3 Methoden der CO₂-Bilanzierung für Verpackungs­unternehmen, 3 harte Kennzahlen zur VOC-Behandlung im Verpackungsdruck, 5 Jahre neues Abfallgesetz – Verpackungsdruckereien arbeiten noch immer ohne Schutz, Grünes Drucken vs. grüne Verpackung.

#Treibhausgasbilanzierung #ISO 14064 #GHG Protocol #PAS 2050 #Scope 3 #CO2-Fußabdruck von Verpackungen #GB/T 51316 #Low-Carbon-Vorzeigeprojekt

Häufige Fragen

Wie viel kostet die Treibhausgasbilanzierung für eine Druckerei?

Eine Druckerei, die intern einen „CO₂-Bericht“ erstellt, muss mit Kosten von 50.000–150.000 RMB und einer Bearbeitungszeit von 3–6 Monaten rechnen – vor allem für die Bewerbung als „Grüne Fabrik“ oder für „Low-Carbon“-Leuchtturmprojekte. Bei Scope-3-Datenanfragen von Markenartiklern muss die Druckerei jedoch keinen eigenen Bericht vorlegen, sondern fungiert lediglich als „Datenlieferant“: Sie archiviert monatlich fünf Basisdatensätze (Papierbezug, Druckfarben- und Lösungsmittelbezug, Stromverbrauch, Gasverbrauch, Transportdistanzen) und stellt diese dem Markenartikler oder einem externen Beratungsunternehmen zur Verfügung. Eine einmalige Datenbereitstellungspauschale von 500–1.500 RMB deckt den Personalkostenaufwand in der Regel ab.

Was sind Scope 1 / Scope 2 / Scope 3? Welche davon kann eine Druckerei abdecken?

Scope 1 umfasst direkte Emissionen (Verdunstung von Druckfarben und Lösungsmitteln, Erdgasverbrennung, Diesel-/Benzinverbrennung) – diese kann die Druckerei auf Basis der Beschaffungs- und Energiebuchhaltung berechnen. Scope 2 umfasst Emissionen aus zugekauftem Strom und zugekaufter Wärme – auch hier liefern die Stromrechnungen der Druckerei die nötigen Daten. Scope 3 umfasst indirekte Emissionen entlang der Wertschöpfungskette (Rohstoffgewinnung, vorgelagerter Transport, nachgelagerter Transport, Nutzung und Entsorgung des Produkts); diese Daten sind für die Druckerei praktisch nicht zugänglich und müssen vom Markenartikler oder einem externen Institut entlang der gesamten Lieferkette erhoben werden. Die Druckerei kann Scope 1 + 2 sowie direkte Produktionsdaten bereitstellen.

Was ist der Unterschied zwischen GHG Protocol und ISO 14064?

Das GHG Protocol ist ein von WRI und WBCSD gemeinsam veröffentlichtes Standardwerk zur Unternehmens-CO₂-Bilanzierung, das in die drei Stufen Scope 1/2/3 unterteilt ist und international sowie von europäischen und US-Kunden am häufigsten als Methodik herangezogen wird. ISO 14064-1 ist der vom internationalen Normungsinstitut veröffentlichte Standard zur Treibhausgasbilanzierung, inhaltlich mit dem GHG Protocol vergleichbar, jedoch stärker auf das ISO-System ausgerichtet. Der tatsächliche Datenbedarf beider Standards überschneidet sich stark; sowohl europäische als auch US-Kunden akzeptieren sie. PAS 2050 ist eine vom britischen BSI veröffentlichte Methodik zur Berechnung des CO₂-Fußabdrucks auf Produktebene mit Fokus auf den gesamten Lebenszyklus eines einzelnen Produkts – sie ist die am häufigsten für „Produkt-CO₂-Fußabdruck-Berichte von Verpackungen“ herangezogene Methodik.

Der Kunde verlangt einen Verpackungs-CO₂-Fußabdruck-Bericht, aber die Druckerei kann die Daten nicht liefern – was nun?

Es ist vollkommen normal, dass eine Druckerei die Scope-3-Daten nicht vorlegen kann. Die richtige Vorgehensweise lautet: ① Die Druckerei liefert ausschließlich die fünf Basisdatensätze der Produktion (Scope 1 + 2 sowie direkte Produktionsdaten). ② Der Kunde beauftragt ein externes CO₂-Beratungsunternehmen mit dem vollständigen Bericht, Kosten 30.000–80.000 RMB pro Produkt. ③ Die Druckerei kalkuliert im Angebot eine „CO₂-Datenbereitstellungspauschale“ von 500–1.500 RMB als Personalkostendeckung für die Datenaufbereitung und -übermittlung. So werden weder Aufgaben außerhalb der eigenen Kompetenz übernommen, noch erhält der Kunde einen klaren Weg zur Zusammenarbeit.

Müssen kleine und mittelgroße Druckereien einen Bericht nach GB/T 51316 erstellen?

GB/T 51316-2018 „Allgemeiner Grundsatz für die Bilanzierung und Berichterstattung von Treibhausgasemissionen in Industriebetrieben“ gilt hauptsächlich für emissionshandelspflichtige Unternehmen (Jahresenergieverbrauch über 5.000 Tonnen Steinkohleeinheiten). Kleine und mittelgroße Druckereien liegen mit einem Jahresenergieverbrauch von in der Regel 100–500 Tonnen Steinkohleeinheiten weit unterhalb dieser Schwelle und sind nicht zur Berichterstattung verpflichtet. Die Auswahlprogramme „Grüne Fabrik“ und „Low-Carbon-Leuchtturm“ der Industrie- und Informationstechnologieämter der Provinzen Jiangsu, Guangdong und Zhejiang verlangen jedoch die Erstellung eines Treibhausgasberichts – diese Programme sind freiwillig, und die Druckerei kann je nach Geschäftsanforderung entscheiden, ob sie sich bewirbt. LeXiang empfiehlt Druckereien mit Aufträgen von Behörden oder Staatsunternehmen, die Bilanzierung einmal durchführen zu lassen.

Welche Felder muss das CO₂-Datenregister erfassen?

Das CO₂-Datenregister einer Druckerei umfasst fünf Kernfelder: ① Papierbezugsmenge (kg/Monat, aufgeschlüsselt nach SKU, einschließlich FSC-/Recyclingpapier-Kennzeichnung); ② Druckfarben- und Lösungsmittelbezugsmenge (kg/Monat, aufgeschlüsselt nach Druckfarbentyp: wasserbasiert / lösemittelbasiert / UV); ③ Stromverbrauch (kWh/Monat, aufgeschlüsselt nach Werkstatt); ④ Gasverbrauch (m³/Monat, aufgeschlüsselt nach Verwendung: Druck / Kantine / Wohnheim); ⑤ Transportdistanz (km/Monat, aufgeschlüsselt nach Rohstoffen/Fertigprodukten und Transportart). Wir empfehlen, im ERP fünf zusätzliche Felder anzulegen und monatlich eine Excel-Datei für den Kunden oder externe Institute zu exportieren.

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