Verpackungsumweltschutz

Verpackungen mit „Silikonöl/Trennmittel“: 3 reale Migrationsgrenzen bei Anti-Haft-Beschichtungen, lebensmitteleigneten beschichteten Papieren und Etiketten-Abziehpapieren – welche 3 Berichte eine Druckerei zuerst anfordern sollte

📅 2026-11-03 ✍️ Wuxi Lexiang Printing & Packaging ⏱ 3Min. Lesezeit

💡 💡 Auf einen Blick

Das reale Risiko von Silikonöl liegt nicht in seiner Toxizität, sondern in seiner Migration, die stark von den Bedingungen abhängt. Drei Grenzen: ① Die drei möglichen Einsatzorte von Trennmitteln in Verpackungen haben völlig unterschiedliche Risiken – Trennbeschichtungen auf Papieroberflächen (Backeinlagen und -unterlagen mit direkter Kontaktfläche und hoher Temperatur, höchste Migration), silikonbasierte Additive in beschichtetem Papier (bei den meisten beschichteten Papieren wird PE statt Silikon verwendet; daher muss geklärt werden, was der Kunde tatsächlich benötigt) und Abziehpapier für Etiketten (zwischen Silikon und Lebensmittel liegen Klebstoff und Etikettenmaterial, sodass der Migrationsweg weitgehend ausgeschlossen ist). „Lebensmitteleignetes Silikonöl“ ist häufig eine ungenave Bezeichnung für „Anti-Haftpapier, das direkt mit Backwaren in Kontakt kommen darf“. ② Die Migrationsmenge hängt nicht davon ab, „wie viel Silikonöl“ vorhanden ist, sondern davon, „wie viel unter welchen Bedingungen migriert“. Temperatur, Zeit und Feuchtigkeitsgehalt des Mediums sind drei entscheidende Variablen; ein Bericht ohne diese Angaben ist unvollständig. Zudem sind Gesamtmigration und Migration bestimmter Stoffe zu unterscheiden. Für Exporte in die EU muss außerdem die konkrete chemische Struktur in der EU-10/2011-Positivliste stehen; ein allgemeiner Name ist kein zugelassener Listeneintrag. ③ Endprodukt und Rohstoff müssen unterschieden werden: Ein Rohstoffbericht belegt, dass der Silikonölbehälter sicher ist, aber nicht, dass das beschichtete und bedruckte Endprodukt sicher ist, da Papierträger, Schichtmenge, Härtungsbedingungen und Nachbearbeitung wie Heißprägung, UV und Laminierung weitere Variablen darstellen. Bei der Auftragsannahme zuerst drei Fragen stellen: Auf welcher Seite ist das Silikonöl aufgetragen, unter welchen Bedingungen wurde getestet und umfasst der Bericht den Rohstoff oder das Endprodukt?

Im März 2026 wandte sich ein Backwarenkunde an uns. Er wollte eine Charge Papierbecher-Einlagen bedrucken lassen.

Bei der Besprechung des Verfahrens betonte der Kunde besonders: „Wir brauchen lebensmitteleignetes Silikonöl; der Lieferant sagt, es sei FDA-zertifiziert.“

Anschließend sendete er uns einen PDF-Bericht mit mehr als zwanzig Seiten, der auf den ersten Blick sehr vollständig wirkte.

Nach drei Minuten wurde das Problem klar: Es handelte sich um einen Bericht des Silikonöl-Rohstofflieferanten, der den Rohstoff selbst auf Reinheit, Schwermetalle und Migration untersuchte.Der Kunde benötigte jedoch den Trennmittel, das auf das Papier aufgebracht wird – etwas völlig anderes.

Der Grund: Die Konformität eines Rohstoffs bedeutet nicht, dass das Produkt nach der Beschichtung weiterhin konform ist. Nach dem Aufbringen des Trennmittels auf das Papier hängt die Oberfläche des Endprodukts zusätzlich von Fasern des Papierträgers, Druckfarben, Schichtmenge und Härtungsbedingungen ab. Der Bericht belegt, dass der Silikonölbehälter für sich genommen sicher ist, jedoch nicht, dass die bedruckte Bechereinlage beim Kontakt mit Kuchen sicher ist.

Der Kunde sagte: „Dann besorge ich noch einen Bericht.“

Wir benötigten eigentlich nicht „einen besseren Bericht“, sondern drei konkrete Berichte. Die Migrationsfrage bei Silikonöl lässt sich nämlich auf drei unabhängige Beurteilungsebenen aufteilen. Diese drei Ebenen werden im Folgenden erläutert.

Erste Grenze: Warum Trennmittel überhaupt auf Verpackungen eingesetzt werden

Zunächst muss klargestellt werden: Silikonöl ist nicht per se schädlich. Entscheidend ist, dass es migrieren kann, und dafür gibt es Grenzen.Silikonöl ist eine Klasse organischer Silikonpolymere und wird in Lebensmittelkontaktmaterialien häufig eingesetzt, etwa bei beschichteten Pfannen, Backformen und Silikonküchengeräten. Das Problem liegt nicht in der Toxizität, sondern darin, dass es leicht von der Oberfläche des Substrats auf den Kontaktgegenstand migrieren kann.

In Verpackungen kommt Silikonöl hauptsächlich an drei Stellen vor, die jeweils ein völlig unterschiedliches Risiko darstellen:

AuftretensortTypische ProdukteFunktion des SilikonölsMöglichkeit der Migration auf den Kontaktgegenstand
Papieroberfläche (Trennbeschichtung)Kuchen-Papereinlagen, Backunterlagen, Anti-Haftpapier für BrotAnti-Haft-Wirkung, damit der Kuchen nicht am Boden anhaftetHoch. Beim Backen sorgen hohe Temperatur und direkter Kontakt für die höchste Migration
Beschichtetes Papier für LebensmittelverpackungenPapierbecher, Papierschalen, Papiermanschetten für StrohhalmeWasser- und Ölabweisung; im Wesentlichen PE-BeschichtungPE selbst migriert nicht; enthält die Beschichtung jedoch gleichzeitig silikonbasierte Additive, ist dies gesondert zu bewerten
Abziehpapier für EtikettenAlle HaftetikettenERMöglicht das Ablösen des Etiketts vom TrägermaterialNiedrig. Das Etikett berührt das Lebensmittel nicht direkt; dazwischen liegen Klebstoff und Etikettenmaterial

Der in dieser Tabelle häufigste Irrtum lautet: „Lebensmitteleignetes Papierbechermaterial“ bedeutet nicht „mit Silikonöl beschichtet“.Bei den meisten beschichteten Papieren für Lebensmittelverpackungen wird PE (Polyethylen) und nicht Silikonöl verwendet. Die Konformität von PE-beschichtetem Papier im Lebensmittelkontakt folgt einem völlig anderen technischen Weg (GB 4806.7 für Kunststoffe, GB 4806.10 für Beschichtungen). Silikonbasierte Trennmittel werden in großen Mengen vor allem bei direkt zum Backen verwendeten Einlagen und Unterlagen eingesetzt, weil dort Anti-Haft-Eigenschaften benötigt werden und Silikon die ausgereifteste Lösung ist.

Die erste Aussage von Kunden ist deshalb häufig ungenau: „Wir brauchen lebensmitteleignetes Silikonöl.“ Gemeint ist eigentlich „Wir brauchen Anti-Haftpapier, das direkt mit Backwaren in Kontakt kommen kann.“Für diese beiden Anforderungen unterscheiden sich die Prüfwege.

Zweite Grenze: Bei der Migration zählt nicht „wie viel Silikonöl“, sondern „wie viel unter welchen Bedingungen“

Die zweite Grenze bildet den technischen Kern und ist zugleich der Bereich, in dem Kunden am häufigsten keine eindeutige Antwort erhalten. Die Ergebnisse von Silikonöl-Migrationstests hängen stark von den Prüfbedingungen ab.

Entscheidend sind drei Variablen: Kontakttemperatur, Kontaktzeit und Feuchtigkeitsgehalt des Kontaktmediums.

  • Temperatur: Backen bei 180℃ und Lagerung bei Raumtemperatur können zu um eine Größenordnung unterschiedlichen Migrationsmengen führen.
  • Zeit: Eine Kontaktzeit von 2 Stunden und eine von 24 Stunden liefern unterschiedliche Messwerte.
  • Feuchtigkeitsgehalt des Mediums: Dies ist der am wenigsten intuitive Punkt. Dieselbe Papierprobe kann bei Kontakt mit trockenen Keksen und mit einem feuchten Kuchen sehr unterschiedliche Silikonmigrationswerte aufweisen – Wasser fördert die Migration von Silikon aus der Oberfläche.

Wenn ein Kunde einen Bericht mit der Angabe „Migration 0.5 mg/dm², standardkonform“ vorlegt, fragen wir deshalb immer nach drei Angaben: Welche Temperatur, welche Zeit und welches Medium?Werden diese drei Fragen nicht eindeutig beantwortet, besitzt der Bericht für das jeweilige Produkt keinen belastbaren Aussagewert.

Ein weiteres häufiges Missverständnis besteht darin, „Gesamtmigration“ und „Migration bestimmter Stoffe“ gleichzusetzen. Bei der Gesamtmigration wird gemessen, wie viele Stoffe insgesamt aus der Verpackung austreten. Bei der Migration bestimmter Stoffe wird geprüft, ob der ausgetretene Stoff auf der Positivliste steht.

Bei einer Backeinlage ist entscheidender: Ist die chemische Struktur des verwendeten Silikonöls auf der Positivliste zugelassen (die EU 10/2011 enthält eine Positivliste, in den US-amerikanischen FDA 21 CFR sind entsprechende Regelungen enthalten). Für Exporte in die EU reicht ein Bericht, der lediglich belegt, dass die Migration die Grenzwerte nicht überschreitet, nicht aus. Zusätzlich muss nachgewiesen werden, dass der konkrete Stoff für Lebensmittelkontakt zulässig ist.

Eine typische Falle: Auf einem vorgelegten Bericht steht „Siloxan“, während der Positivliste ein bestimmter Polydimethylsiloxan mit einer konkreten Struktur zugrunde liegen kann. Eine ähnliche Bezeichnung bedeutet noch keine Konformität. Das entspricht dem Problem von „weißer Karton“ und „white cardboard“: Ein allgemeiner Name ist kein zugelassener Listeneintrag.

Dritte Grenze: Endprodukt oder Rohstoff – wer hat den Bericht erstellt und welchen Abschnitt deckt er ab?

Zurück zum Backwarenkunden. Am Ende verlangten wir drei Unterlagen, und er hielt diese zunächst für zu viele.

Erste Unterlage: Migrationsbericht für das beschichtete Endprodukt.Dies ist kein Rohstoffbericht. Die Migrationstests müssen an der tatsächlichen Ware beziehungsweise an einer Probe desselben Verfahrens und derselben Charge durchgeführt werden, die aus dem vorgesehenen Papierträger, dem Trennmittel, der Schichtmenge und den Härtungsbedingungen hergestellt wurde. Aus dem Bericht müssen Papierart, Trennmittel, Schichtmenge sowie Prüftemperatur und Prüfzeit hervorgehen.

Zweite Unterlage: Stoffnachweis für das Trennmittel selbst.Dies ist kein Prüfbericht, sondern eine Konformitätserklärung des Lieferanten in Verbindung mit einem Sicherheitsdatenblatt (SDS). Sie muss den Positivlisten des Ziellandes entsprechen (EU 10/2011 Positivliste / US FDA / chinesische GB 4806-Reihe). Dieses Dokument beantwortet die Frage, ob der Stoff grundsätzlich zulässig ist, und nicht, wie viel Stoff migriert.

Dritte Unterlage: Bewertung der migrationsrelevanten Auswirkungen der Druckverarbeitung.Diese Unterlage wird am häufigsten übersehen. Druckfarben, Laminierung, Glanzlackierung und Stanzung beeinflussen den endgültigen Oberflächenzustand. Drei Situationen kommen häufig vor:

  • Direkter Kontakt zwischen Druckfarbe und Trennschicht: Lösungsmittel oder Weichmacher in der Druckfarbe können die Homogenität der Trennschicht beeinträchtigen oder sogar örtlich zu einer Unterbrechung führen. Dadurch verändert sich der Migrationsweg.
  • Heißprägung / UV auf der Trennfläche: Lokale hohe Temperaturen können die Struktur der Trennschicht verändern. Bei solchen Aufträgen empfehlen wir Kunden in der Regel, zunächst einen Hitzetest durchzuführen.
  • Laminierung: Wenn die food-contacting Fläche laminiert wird, verändert sich die tatsächliche Kontaktfläche. Ein Bericht für ein nicht laminiertes Material kann die Sicherheit nach der Laminierung jedoch nicht belegen; die Argumentationskette ist in diesem Fall lückenhaft.

Erst wenn diese drei Unterlagen vorliegen, können wir zuversichtlich sagen, dass wir den Auftrag umsetzen können. Fehlen Unterlagen, vermerken wir im Angebot ausdrücklich, welche Nachweise der Kunde bereitzustellen hat. Andernfalls wird auf Basis der vom Kunden vorgelegten Berichte gearbeitet, und die Verantwortung liegt beim Kunden.

Welche drei Fragen sollte eine Druckerei zuerst stellen, wenn ein Kunde fragt: „Kann dieses Papier Lebensmittel verpacken?“

Die drei Beurteilungsebenen lassen sich in drei unmittelbar stellbare Fragen überführen.

Erste Frage: „Ist das Silikonöl auf der Lebensmittelkontaktfläche oder auf der gegenüberliegenden Seite aufgetragen?“Diese Frage bestimmt den gesamten Risikograd. Liegt das Trennmittel auf der Rückseite und kommt es nicht mit dem Lebensmittel in Kontakt, verläuft der Migrationsweg völlig anders. Manche Backeinlagen weisen eine „PE-Wassersperre auf der Vorderseite und Silikon-Antihaftbeschichtung auf der Rückseite“ auf, andere sind vollständig mit Silikon beschichtet. Zuerst die Position klären, dann über Berichte sprechen.

Zweite Frage: „Unter welchen Bedingungen wurde der Bericht erstellt – Temperatur, Zeit und Medium?“Ein Bericht ohne diese drei Angaben ist wertlos. Diese Frage zeigt zudem, ob der Kunde das Thema tatsächlich versteht oder nur möglichst schnell bestellen möchte.

Dritte Frage: „Deckt der Bericht den Rohstoff oder unser Endprodukt ab?“Wenn der Kunde einen Rohstoffbericht vorlegt, sollten wir ihm die Unterschiede erklären und verdeutlichen, warum Endproduktdaten erforderlich sind. Viele Kunden arbeiten nicht mangelwillig mit, wissen lediglich nicht, welche Unterlagen sie anfordern müssen. Werden die Anforderungen klar formuliert, können die Lieferanten in der Regel problemlos zusammenarbeiten.

Ein Satz an die Kundschaft

Das zentrale Verständnis von Silikonöl lautet: Die entscheidende Frage ist nicht „Kann es eingesetzt werden?“, sondern „Unter welchen Bedingungen und in welcher Menge?“

Dasselbe Silikonöl auf einer Anti-Haft-Backunterlage und auf dem Abziehpapier für Etiketten eingesetzt wird, bedeutet völlig unterschiedliche Risikostufen. Dieselbe fertige Bechereinlage weist je nach Trockenkeks oder Sahnekuchen unterschiedliche Migrationswerte auf. Daher ist jede Aussage wie „lebensmitteleign“ oder „standardkonform“ ohne Angabe der Bedingungen unvollständig.

Unsere Empfehlung lautet: Fordern Sie alle drei Berichte gemeinsam an und take them in the order confirmation.Damit wird niemandem Schwierigkeiten gemacht. In den vergangenen Jahren hat es in der Backwarenbranche wegen von Migrationsproblemen bei Verpackungen zahlreiche Vorfälle gegeben, und auch die Kunden werden von Markenherstellern zur Verantwortung gezogen. Wenn die Druckerei die Bedingungen klärt und die Unterlagen festschreibt, sind beide Seiten geschützt.

Weiterführende Lektüre

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Häufige Fragen

Enthält das Papiermaterial für Papierbecher Silikonöl? Sind alle Silikonöle unsicher?

Dabei müssen zwei Dinge unterschieden werden. Erstens wird bei den meisten beschichteten Papieren für Lebensmittelverpackungen PE (Polyethylen) und nicht Silikonöl verwendet; die Konformität von PE-Beschichtungen im Lebensmittelkontakt folgt einem eigenständigen Weg (GB 4806.7 für Kunststoffe, GB 4806.10 für Beschichtungen). Silikonbasierte Trennmittel kommen vor allem dort in großen Mengen vor, wo tatsächlich Anti-Haft-Eigenschaften benötigt werden – bei Kuchen-Papereinlagen, Backunterlagen und Anti-Haftpapier für Brot, denn Silikon ist die ausgereifteste technische Lösung. Zweitens ist Silikonöl nicht per se schädlich. Es wird in Lebensmittelkontaktmaterialien häufig eingesetzt, etwa bei beschichteten Pfannen und Silikonküchengeräten. Das Problem ist nicht seine Toxizität, sondern seine Migration. Entscheidend ist daher die Migrationsmenge: Dieselbe Silikonbeschichtung auf einer Backunterlage und auf dem Abziehpapier für Etiketten birgt völlig unterschiedliche Risiken; dieselbe fertige Bechereinlage weist bei Trockenkeks und feuchtem Kuchen ebenfalls unterschiedliche Migrationswerte auf. Die Frage „Enthält es Silikonöl?“ ist daher nicht aussagekräftig. Entscheidend ist: „Unter welchen Bedingungen migriert wie viel?“

Der Bericht des Kunden lautet „FDA-konform“. Warum fordern wir trotzdem einen weiteren Bericht an?

Denn in den meisten Fällen legt der Kunde einen Rohstoffbericht und keinen Endproduktbericht vor. Der Rohstoffbericht untersucht das Silikonöl selbst – Reinheit, Schwermetalle und Migration. Damit lässt sich belegen, dass der Rohstoff sicher ist, jedoch nicht, dass das beschichtete und bedruckte Produkt sicher ist. Beim Endprodukt kommen Variablen hinzu: Papierträger (Fasern, Druckfarben, Feuchtigkeitsgehalt), Schichtmenge und Härtungsbedingungen sowie die nachgelagerten Druckverarbeitungsschritte wie Heißprägung, UV und Laminierung. Die Konformität des Ausgangsstoffs bedeutet nicht die Konformität des Endprodukts. Das entspricht derselben Logik wie „weißer Karton ist konform“ und „bedruckter weißer Karton ist nicht automatisch konform“. Wir fordern daher drei Unterlagen an: einen Migrationsbericht für das beschichtete Endprodukt, eine Stoffkonformitätserklärung für das Trennmittel mit Zuordnung zur Positivliste des Ziellandes, etwa EU 10/2011 oder den FDA-Regelungen, sowie eine Bewertung der durch die Druckverarbeitung veränderten Migrationswege.

Im Migrationsbericht fehlen die Prüfbedingungen. Wie können wir beurteilen, ob er verwendbar ist?

Fragen Sie nach drei Variablen: Kontakttemperatur, Kontaktzeit und Feuchtigkeitsgehalt des Kontaktmediums. Diese drei bestimmen die Migration. Fehlt eine Angabe, besitzt der Bericht für unser Produkt keinen belastbaren Aussagewert. Beim Backen bei 180℃ und bei Lagerung bei Raumtemperatur können die Migrationsmengen um eine Größenordnung abweichen; eine Kontaktzeit von 2 Stunden und eine von 24 Stunden liefern unterschiedliche Messwerte. Auch der Kontakt derselben Papierprobe mit trockenen Keksen beziehungsweise feuchtem Kuchen kann erhebliche Unterschiede verursachen, weil Wasser die Silikonmigration von der Oberfläche fördert. Außerdem sind „Gesamtmigration“ und „Migration bestimmter Stoffe“ zu unterscheiden: Erstere misst, wie viele Stoffe insgesamt austreten, Letztere prüft, ob der ausgetretene Stoff auf der Positivliste steht. Für Exporte in die EU genügt ein Nachweis der eingehaltenen Migrationsgrenzwerte nicht. Vielmehr muss die konkrete chemische Silikonstruktur auf der Positivliste stehen; ein allgemeiner Stoffname ist kein zugelassener Listeneintrag.

Ist es vollständig unproblematisch, wenn Silikonöl auf der vom Lebensmittel abgewandten Seite der Verpackung aufgetragen ist?

Das Risiko sinkt erheblich, ist jedoch nicht null. Zwei Faktoren sind zu prüfen. Erstens kann das Kontaktmedium durch das Substrat dringen: Papier ist porös, und Silikon migriert hauptsächlich entlang der Oberfläche. Bei Feuchtigkeit und Druck steigt jedoch die Möglichkeit eines Transfers auf die andere Seite. Zweitens ist die Verwendung entscheidend. Bei Backunterlagen, die direkt mit Kuchen und Fett in Kontakt kommen, besteht weiterhin ein Migrationsweg. Bei vollständig getrennten, ausschließlich als Anti-Haft-Auskleidung dienenden Papieren ist dieser Weg weitgehend ausgeschlossen. Die erste Frage lautet daher stets: „Wo ist das Silikonöl aufgetragen und womit kommt es in Kontakt?“ Wenn das Produkt tatsächlich nur auf der nicht lebensmittelkontaktierenden Seite beschichtet ist, können wir unter dieser Annahme konkrete Verfahrensempfehlungen geben, etwa zur Laminierungsposition und zu Temperaturgrenzen bei der Nachbearbeitung. Die Risikobewertung lässt sich dann vereinfachen.

Können nachgelagerte Verfahren wie Heißprägung, UV und Laminierung die Trennschicht zerstören? Wie sollte eine Druckerei Kunden beraten?

Sie haben Einfluss, wobei das Ausmaß von Verfahren und Position abhängt. Heißprägung und lokales UV erzeugen hohe örtliche Temperaturen und können die Struktur der Trennbeschichtung verändern. TypischeFolge ist ein örtlicher Verlust der Anti-Haft-Wirkung, sodass beim Backen Material anhaftet. Häufiger sind zudem Kompatibilitätsprobleme zwischen Druckfarbe und Trennschicht: Lösungsmittel oder Weichmacher in der Druckfarbe können zu örtlicher Ungleichmäßigkeit der Trennschicht führen und damit einen Migrationsweg öffnen. Eine Laminierung ändert die tatsächliche Kontaktfläche, wenn sie auf der food-contacting Fläche erfolgt. Ein Bericht für nicht laminiertes Material kann die Sicherheit nach der Laminierung jedoch nicht belegen. Wir empfehlen daher, bei solchen Aufträgen vor der Serienfertigung Muster mit Hitzetest und Anti-Haft-Test zu prüfen. Gegebenenfalls sollte im Angebot eine maximale Temperatur für die Nachbearbeitung festgelegt werden.

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