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Digitaldruck „Thermosublimationstransfer“: Drei reale Grenzen – Materialien, Temperaturfenster und Kosten des Transferpapiers

📅 2026-11-07 ✍️ Wuxi Lexiang Printing & Packaging ⏱ 3Min. Lesezeit

💡 💡 Auf einen Blick

Thermosublimationstransfer beruht darauf, dass fester Farbstoff ohne den flüssigen Zustand direkt in Gas übergeht, in den Bedruckstoff eindringt und beim Abkühlen resublimiert. Er funktioniert nur bei polyesterartigen Materialien. Drei reale Grenzen: (1) Materialpassung – Polyester besitzt im amorphen Bereich Poren von 10–100 Ångström, die sich bei etwa 200 °C vergrößern; Baumwolle kann nicht direkt transferiert werden. Polyester-Baumwoll mit Polyesteroberseite ist direkt bedruckbar, ein Druck auf die Baumwollseite bei hohem Baumwollanteil erfordert eine Benzoylchlorid-Pfropfvorbehandlung, Polypropylen benötigt wegen eines Schmelzpunkts von 165–170 °C eigene Bedingungen. (2) Temperatur und Zeit – üblicherweise 200–220 °C und 10–25 Sekunden; zu wenig ergibt blasse Farben und geringe Beständigkeit, zu viel beschädigt den Bedruckstoff. Farbstoffe sollten ein relatives Molekulargewicht von höchstens etwa 350 und eine Sublimationstemperatur unter 200 °C haben. Druckkopf, Chargenunterschiede, Umgebungstemperatur und Kontaktdruck beeinflussen das Ergebnis. Digitale Tintenstrahl-Transferpapiere dürfen nicht mit Offset- oder Siebdruckpapier gemischt werden. (3) Kosten – Transferpapierkosten werden häufig übersehen. Breite, Schichtaufbau und Beschnitt infolge der Farbzahl bestimmen den Verbrauch. Bei der Anfrage sollten zuerst Material und bedruckte Seite, dann Farbzahl und Motivgröße sowie schließlich Stückzahl und SKU-Struktur geklärt werden.

Im Juni 2026 wandte sich eine Marke für Sportbekleidung an uns. Ihre Anforderung war eindeutig: Eine kleine Menge individuelle Polyester-T-Shirts mit Logo auf der Brust und Nummer auf dem Rücken, pro Nummer jeweils ein Satz.

„Kann man das mit Digitaldruck machen?“, fragte er.

Wir antworteten: „Ja, unter einer Voraussetzung müssen Sie zunächst klären: Handelt es sich um reines Polyester oder um eine Polyester-Baumwoll-Mischung?“

Der Kunde antwortete: „Polyester-Baumwoll, 65 Prozent Polyester und 35 Prozent Baumwolle.“

Wir erwiderten: „Dann müssen wir zuerst das Material behandeln, und erst danach über den Druck sprechen.“

Der Kunde war etwas überrascht: „Ist Transferdruck nicht einfach eine Sache, die man mit einem Bügeleisen aufbringt?“

Wir sagten: „Grundsätzlich ja, aber reines Polyester und Polyester-Baumwoll sind zwei verschiedene Dinge.“

Beim Kunden wird Thermosublimationtransfer oft mit „Transferpapier plus Heißpresse, und dann ist es fertig“ assoziiert. Für eine Druckerei, die solche Aufträge annimmt, liegen die tatsächlichen Hürden jedoch an drei Stellen: beim Material, beim Temperaturfenster und in der Kostenstruktur. Dieser Artikel erläutert diese drei Grenzen und nennt zugleich die drei Angaben, die bei einer Anfrage zuerst geklärt werden sollten.

Die erste Grenze: Farbstoffsublimation funktioniert nur bei Polyestern – passt das Material nicht, ist die gesamte Arbeit umsonst

Zunächst zum Prinzip. Thermosublimation ist der Vorgang, bei dem ein fester Stoff ohne den flüssigen Zustand direkt gasförmig wird. Im amorphen Bereich von Polyesterfasern gibt es winzige Poren von 10 bis 100 Ångström (1 Å = 0,1 Nanometer). Wenn die Temperatur auf etwa 200 °C steigt, nimmt die Bewegung im amorphen Bereich stark zu, die Poren vergrößern sich und gehen allmählich in einen halbgeschmolzenen Zustand über. Dadurch entstehen die Voraussetzungen für den Eintritt gasförmiger Dispersionsfarbstoffe. Bei dieser Temperatur sublimiert der Farbstoff, gelangt unter Einfluss der Van-der-Waals-Kräfte in die Umgebung der Faser und diffundiert anschließend in den amorphen Bereich der Faser. Beim Abkühlen resublimiert er und wird im amorphen Bereich eingeschlossen, wodurch die Färbung entsteht.

Entscheidend ist: Baumwollfasern besitzen diese Struktur nicht.Der amorphe Bereich von Baumwollfasern weist im trockenen Zustand äußerst kleine Poren auf und ist nicht thermoplastisch. Bei steigender Temperatur bewegen sich die Poren nicht stark, und die Faser besitzt auch keine ausgeprägte Affinität zu gasförmigen Dispersionsfarbstoffen. Deshalb kann der Druck mit diesem Verfahren nicht direkt übertragen werden.

Der Kunde fragte: „Wie ist es dann bei Polyester-Baumwoll? Kann der Polyesteranteil transferiert werden, der Baumwollanteil nicht?“

Wir antworteten: „Genau. Deshalb müssen wir vor der Arbeit die Anteile und den Aufbau klären.“

Daraus ergeben sich drei häufige Fälle:

Reines Polyester und Polyester-Baumwoll mit Polyesteroberseite – direkt transferierbar. Für Polyester-Baumwoll mit Polyesteroberseite sind üblicherweise 200–210 °C und 20–30 Sekunden geeignet. Dies ist die unkomplizierteste Variante.

Polyester-Baumwoll-Mischung mit hohem Baumwollanteil – erfordert eine Vorbehandlung vor dem Druck, damit Baumwolle Dispersionsfarbstoffe binden kann. Üblich ist die Pfropfmodifizierung mit Benzoylchlorid: Alkalibehandlung → Pfropfmodifizierung → Spülen → Entchloren → Spülen → Trocknen. Ab einem Pfropfgrad von 0,3 können die Transferrate von Dispersionsfarbstoffen über 90 Prozent betragen; die Farbwertstärke entspricht dann der von Polyester, und die Seifwaschbeständigkeit erreicht Stufe 4–5. Benzoylchlorid ist jedoch äußerst ätzend und giftig geruchsintensiv. Es darf nur in geschlossenen Systemen und mit verstärkter Belüftung eingesetzt werden; ökologisch betrachtet ist dies ein erheblicher Aufwandsfaktor.

Polypropylen – Polypropylen kann Dispersionsfarbstoffe aufnehmen, aber sein Schmelzpunkt liegt nur bei 165–170 °C und damit unter der üblichen Transfertemperatur. Deshalb sind spezielle Wärmeübertragungsbedingungen erforderlich; die Parameterkurve für Polyester darf nicht übernommen werden.

Zwei weitere praktische Einschränkungen dürfen nicht übergangen werden: Reine Baumwolle und Seide sind nur eingeschränkt mit Dispersionsfarbstoffen kompatibel. Reine Baumwolle benötigt die oben beschriebene Pfropfmodifizierung; für das Benzoylchloridverfahren ist zusätzlich eine Abluftbehandlung erforderlich. Seide erfordert ein anderes Verfahren. Außerdem ist bei Polypropylen-Baumwoll die Druckkopfkompatibilität zu beachten: Polypropylen sollte mit ultrafinen Fasern von 0,2 d oder weniger eingesetzt werden, weil es einen besonderen Kapillareffekt besitzt und Schweiß leicht nach außen entlang der Faser diffundiert.

Der Kunde fragte: „Unsere Kleidung muss also zuerst chemisch behandelt werden?“

Wir sagten: „Wenn Sie auf die Baumwollseite drucken, ja. Liegt die Polyesterseite außen und wird nur die Polyesterschicht bedruckt, ist das nicht nötig. Der Druck soll auf die Brust, richtig? Ist der Brustbereich Polyester oder Baumwolle?“

Der Kunde antwortete: „… Ich kläre das.“

So zeigt sich diese Grenze in der Praxis: Die Frage „Welche Seite wird bedruckt, welche Zusammensetzung hat das Material und welche Anteile enthält es?“ kann in der Anfragephase die gesamte nachgelagerte Vorbehandlungsstrecke ersparen.

Die zweite Grenze: Temperatur und Zeit bilden ein Fenster, keinen einzelnen Punkt

Numerisch werden häufig 200–220 °C und 10–25 Sekunden als Transferbedingungen genannt. Ebenso häufig wird von 180–210 °C gesprochen. Diese Angaben widersprechen einander nicht, sondern beruhen auf unterschiedlichen Bezugspunkten: Die erste Reihe nennt Geräteeinstellungen, die zweite den Temperaturbereich, dem das Transferpapier standhalten muss.

Ein Fenster bedeutet: Wenn Temperatur oder Zeit nicht ausreichen, sublimiert der Farbstoff nicht vollständig; die Farbe bleibt blass und die Beständigkeit ist schlecht. Bei zu hoher Temperatur oder zu langer Zeit wird der Bedruckstoff beschädigt – Polyester wird hart, Polyester-Baumwoll mit Polyesteroberseite wird spröde, und Polypropylen schmilzt unmittelbar.

Auch die Eigenschaften des Farbstoffs begrenzen die Obergrenze des Prozessfensters: Das relative Molekulargewicht sublimierfähiger Farbstoffe sollte im Allgemeinen 350 nicht überschreiten, und eine Sublimationstemperatur unter 200 °C ist zweckmäßig. Diese Einschränkung wirkt sich umgekehrt auf die Tintenrezeptur aus: Ein höheres Molekulargewicht erschwert die Sublimation, während eine höhere Sublimationstemperatur die Belastbarkeit des Bedruckstoffs übersteigt.

Ein weiteres Detail betrifft das Verhältnis von Farbstoff und Bindemittel. Thermotransfertinte besteht aus Pigment, Bindemittel und chemischen Additiven. Eine typische Referenzrezeptur lautet: 10 % Carbon Black, 50 % Kohlenwasserstoffwachs, 30 % Esterwachs und 10 % chemische Additive. Bei der Siebdruckverarbeitung hängt die Viskositätsänderung der Tinte direkt mit der Erhitzungstemperatur zusammen. Bei Schmelzung der Tinte liegt der ideale Viskositätswert stabil bei etwa 0,6 Pa·s; je näher die Tinte diesem Zustand kommt, desto besser ist ihre Transferleistung. Deshalb können unterschiedliche Chargen von Transfertinte bei identischen Zeit- und Temperaturwerten unterschiedliche Ergebnisse liefern.

Der Kunde fragte: „Dann fixieren Sie die Parameter einfach?“

Wir antworteten: „Fixiert werden nur die Werkseinstellungen. Tatsächlich müssen drei Faktoren beobachtet werden: die Charge des Bedruckstoffs (verschiedene Polyestergewebechargen unterscheiden sich in Griff, Krumpfung und Dicke; die Dicke beeinflusst die tatsächliche Einwirkzeit der Wärme), die Umgebungstemperatur in der Halle (im Winter und im Sommer erreicht der Bedruckstoff bei identischer Einstellung unterschiedliche Temperaturen) sowie den Druck. Den Druck vernachmany people often neglect this factor, yet the standard is explicit: The printed layer and the receptive layer of the substrate require close contact pressure so that the sublimated dye enters the surface gaps primarily in a direction perpendicular to the substrate surface, ensuring good image quality.

Ein weiterer Punkt kommt nur beim Digitaltransfer vor: Tintenjet-Transferpapier darf nicht mit Offset- oder Siebdruck-Transferpapier vermischt werden. Digitaltransfer verwendet Farbstofftinten (Sublimation Ink), die eine Papieroberfläche mit geeigneter Tintenaufnahme und Trocknungseigenschaften für den Druckkopf erfordern. Herkömmliches Transferpapier verwendet dagegen schmelzklebstoffbasierte Beschichtungstinten mit einer anderen Zusammensetzung. Eine Vermischung kann die Druckköpfe direkt verstopfen oder den Transfer verhindern.

Der Kunde fragte: „Und wie ist die Beständigkeit? Wie oft kann man waschen?“

Wir antworteten: „Der Farbstoff dringt in die Faser ein und liegt nicht bloß auf der Oberfläche. Deshalb löst er sich bei normaler Wäsche nicht. Das ist der größte Vorteil gegenüber herkömmlichen Druckverfahren. Ein Punkt muss aber vorab klar benannt werden: Reine Baumwolle und Seide sind mit Dispersionsfarbstoffen nur eingeschränkt kompatibel. Bei diesen Materialien muss die Vorbehandlung die Beständigkeit erst herstellen; sie liegt nicht auf demselben Niveau wie bei Polyester. Hierzu darf keine unverbindliche Zusage gemacht werden.“

Die dritte Grenze: Transferpapier ist ein Kostenfaktor – und der am häufigsten vergessene der drei Kostenpositionen

Wenn Kunden die Kosten kalkulieren, rechnen sie gewöhnlich nur „Stoff + Druck + Arbeitszeit“ und behandeln das Transferpapier als pauschalen Verbrauchsmaterialposten. Im Digitaltransfer ist sein Kostenanteil jedoch häufig höher als erwartet.

Der erste Kostenpunkt: Die Spezifikation des Papiers bestimmt den Stückpreis. Transferpapier wird nach Breite eingestuft; übliche Formate sind 91,4 cm, 118 cm und weitere. Je breiter das Format, desto teurer ist das einzelne Blatt. Digitaltransferpapier muss an Tintenstrahl-Druckköpfe angepasst sein und weist deshalb andere Spezifikationen und Preise als herkömmliches Thermotransferpapier auf.

Der zweite Kostenpunkt: Der Aufbau bestimmt den Einsatzzweck und die Eignung. Transferpapier wird grob in drei Aufbauten unterteilt: Trägerpapier + Farbschicht + Klebstoffschicht; Trägerpapier + transparente Ablöseschicht + Farbschicht + Klebstoffschicht (die transparente Trennschicht kann als Schutzfolie für die Farbschicht dienen); Trägerpapier + transparente Ablöseschicht + Farbschicht + Klebstoffschicht + Schmelzklebstoffpulverschicht. Die dritte Variante liefert die beste Reibungsfestigkeit, Beständigkeit und Haftung. Thermosublimationstransfer für Textilien verwendet normalerweise eine Papierbasis, während Thermosublimationstransfer für Metallprodukte eine Folienbasis nutzt.

Der dritte Kostenpunkt: Der Beschnittanteil. Transferpapier muss nach Farbzahl geschnitten werden; für jede Farbe ist ein eigener Streifen erforderlich. Beim Digitaldruck mit Tintenstrahlverfahren müssen zwischen den Farbsätzen Ausschuss- und Vorschubreserven berücksichtigt werden. Benötigt ein Kunde beispielsweise sechs Farben und einen Satz pro Nummer, steigen die Anzahl der Papierstreifen und die Beschnittmenge linear an.

Ein weiterer Faktor beeinflusst die Kosteneffizienz: fertiges Kleidungsstück gegenüber Einzelzuschnitt. Beim Digitaltransfer kann entweder flächig gedruckt und anschließend zugeschnitten oder direkt in den Maßen der Zuschnitte gedruckt werden, wobei das Tintenstrahlmotiv den Maßen des Zuschnitts entsprechen muss. Die zweite Variante spart Material, verlangt aber einen aufwendigeren Ausschussplan; die erste vereinfacht den Ausschussplan, erzeugt jedoch mehr Beschnitt.

Der Kunde fragte: „Wie hoch ist bei einem kleinen Logo also der Papieranteil?“

Wir antworteten: „Das hängt von der Farbzahl ab. Bei einfarbigen Logos ist der Papieranteil gering; ab drei Farben und bei großen Motiven steigt er deutlich. Deshalb empfehlen wir: Die Motivfarben möglichst auf drei Farben begrenzen. Für alles, was darüber hinausgeht, kann der gewünschte Eindruck je nach gestalterischer Machbarkeit durch Verläufe oder Überdrucken angenähert werden. Das ist eine Kosteneinsparung, die bereits in der Designphase möglich ist und daher eng mit der Gestaltungsphase zusammenhängt.“

Die drei Angaben, die bei einem Auftrag „Logo auf Stoff drucken“ zuerst geklärt werden sollten

Die erste Angabe: Welche Seite wird bedruckt, welche Zusammensetzung hat das Material und wie hoch ist der Polyesteranteil? Liegt die Polyesterseite außen und handelt es sich um reines Polyester oder Polyester-Baumwoll mit Polyesteroberseite, kann direkt transferiert werden. Bei einer Polyester-Baumwoll-Mischung mit hohem Baumwollanteil und einem Druck auf die Baumwollseite ist eine Pfropfvorbehandlung mit Benzoylchlorid erforderlich (äußerst ätzend, mit Abluftbehandlung). Bei Polypropylen mit einem Schmelzpunkt von 165–170 °C müssen die Transferbedingungen gesondert festgelegt werden. Erst wenn dieser Punkt geklärt ist, lassen sich Produktionsplanung und Angebot sinnvoll behandeln.

Die zweite Angabe: Wie viele Farben umfasst das Motiv und wie groß ist die maximale Motivfläche? Übliche Bedingungen sind 200–220 °C und 10–25 Sekunden; das Molekulargewicht des Farbstoffs liegt üblicherweise bei maximal 350, die Sublimationstemperatur idealerweise unter 200 °C. Die Farbzahl bestimmt die Streifen und den Beschnitt des Transferpapiers sowie damit die Kosten je Stück. Die Motivgröße bestimmt die benötigte Papierbreite, etwa 91,4 cm oder 118 cm, und die Verbrauchsspezifikation.

Die dritte Angabe: Wie hoch ist die Stückzahl und wie ist die SKU-Struktur aufgebaut? Ein Satz pro Nummer, der Zuschnitt nach Farben, der Druck einzelner Zuschnitte oder der Flächendruck bestimmen gemeinsam die Ausschussplanung und den Beschnittanteil. Bei kleinen Aufträgen können Streifen- und Beschnittkosten einen erheblichen Teil der Gesamtkosten ausmachen. Sie müssen im Angebot daher separat berechnet und dürfen nicht pauschal in den Stückpreis einbezogen werden.

Ein Satz für die Kunden

Das Wichtigste möchten wir den Kunden zum Thermosublimationtransfer sagen: „Bitte klären Sie zuerst die Zusammensetzung der zu bedruckenden Seite und sprechen Sie erst danach über die gewünschte Optik.“

Der Kunde sagte: „Mir ist die Zusammensetzung egal, ich will, dass es gedruckt wird.“

Wir antworteten: „Ich kann es drucken. Wenn es sich jedoch um eine Polyester-Baumwoll-Mischung mit hohem Baumwollanteil handelt und auf die Baumwollseite gedruckt werden soll, benötigen wir zunächst die Pfropfvorbehandlung – ein Verfahren mit ätzenden Wirkstoffen und Abluftbehandlung. Außerdem liegt die Beständigkeit nicht auf demselben Niveau wie bei reinem Polyester. Wenn Sie das nicht wissen, werden Sie mit dem Ergebnis enttäuscht. Wenn wir es vorab sagen, können Sie stattdessen das Verfahren ändern oder die Polyesterseite bedrucken; das Ergebnis kann dann sogar besser sein.“

Weiterführende Lektüre

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Häufige Fragen

Warum lässt sich Polyester thermosublimieren, Baumwolle dagegen nicht?

Der Grund liegt in der unterschiedlichen Faserstruktur. Im amorphen Bereich von Polyesterfasern gibt es winzige Poren von 10 bis 100 Ångström. Bei etwa 200 °C bewegt sich der amorphe Bereich stark, die Poren vergrößern sich und bilden einen halbgeschmolzenen Zustand. Dadurch können gasförmige Dispersionsfarbstoffe eintreten, diffundieren und beim Abkühlen im amorphen Bereich fixiert werden. Baumwollfasern besitzen diese Struktur nicht: Ihre Poren sind im trockenen Zustand äußerst klein, der amorphe Bereich ist nicht thermoplastisch, und es besteht keine ausgeprägte Affinität zu gasförmigen Dispersionsfarbstoffen. Deshalb ist eine direkte Übertragung bei Baumwolle nicht möglich. Reine Baumwolle benötigt eine Pfropfmodifizierung mit Benzoylchlorid (Alkalibehandlung → Pfropfmodifizierung → Spülen → Entchloren → Spülen → Trocknen). Ab einem Pfropfgrad von 0,3 können die Transferrate über 90 Prozent und die Seifwaschbeständigkeit Stufe 4–5 betragen. Benzoylchlorid ist jedoch äußerst ätzend und toxisch; es sind geschlossene Arbeitsweise und verstärkte Belüftung erforderlich.

Müssen Polyester-Baumwoll-Mischungen in jedem Fall vorbehandelt werden?

Das hängt von Zusammensetzung, bedruckter Seite und Materialform ab. Bei Polyester-Baumwoll mit Polyesteroberseite kann die Polyesterschicht direkt mit üblichen Bedingungen von 200–210 °C und 20–30 Sekunden bedruckt werden. Eine Pfropfmodifizierung mit Benzoylchlorid ist erst bei einer Polyester-Baumwoll-Mischung mit hohem Baumwollanteil und einem Druck auf die Baumwollseite erforderlich. Polypropylen kann Dispersionsfarbstoffe aufnehmen, schmilzt jedoch bereits bei 165–170 °C und erfordert daher spezielle Transferbedingungen. Reine Baumwolle und Seide sind mit Dispersionsfarbstoffen nur eingeschränkt kompatibel; für Seile sind andere Verfahren erforderlich. Deshalb sollte bereits in der Anfragephase geklärt werden: Welche Seite wird bedruckt, welche Zusammensetzung hat das Material und wie hoch ist der Polyesteranteil?

Wie sollten Transferzeit und Temperatur festgelegt werden? Reicht ein fester Wert?

Üblich sind 200–220 °C und 10–25 Sekunden; häufig wird auch ein Bereich von 180–210 °C genannt, der den thermischen Anforderungen des Transferpapiers entspricht. Reicht die Temperatur oder Zeit nicht aus, ist die Sublimation unvollständig, die Farbe blass und die Beständigkeit schlecht. Bei zu hoher Temperatur oder zu langer Zeit wird der Bedruckstoff beschädigt: Polyester wird hart, Polyester-Baumwoll mit Polyesteroberseite spröde und Polypropylen schmilzt. Auch der Farbstoff begrenzt das Fenster; sein relatives Molekulargewicht sollte 350 nicht überschreiten und die Sublimationstemperatur unter 200 °C liegen. Zusätzlich müssen die Charge des Bedruckstoffs, die Umgebungstemperatur und der Kontaktdruck beobachtet werden. Die Druck- und Auflagenbedingungen beeinflussen, ob der Farbstoff überwiegend senkrecht in die Oberflächenporen eindringt.

Welchen Anteil haben die Transferpapierkosten, und werden sie leicht übersehen?

Sie werden leicht übersehen. Kunden rechnen meist nur „Stoff + Druck + Arbeitszeit“ und behandeln das Papier als pauschalen Verbrauchsmaterialposten. Drei Faktoren bestimmen die Kosten: erstens die Spezifikation und Breite (etwa 91,4 cm oder 118 cm; Digitaltransferpapier ist meist teurer); zweitens der Schichtaufbau, von dem die Eignung, Haftung und Reibungsfestigkeit abhängen; drittens der Beschnitt, der mit der Farbzahl und den Ausschuss- sowie Vorschubreserven zwischen den Farbsätzen wächst. Bei sechs Farben und sechs Sätzen steigen Streifenanzahl und Beschnittmenge linear. Auch die Entscheidung zwischen Flächendruck mit anschließendem Zuschnitt und einem Druck direkt in Zuschnittmaßen beeinflusst den Materialeinsatz. Empfehlenswert ist, Motive auf drei Farben zu begrenzen und zusätzliche Farben durch Verläufe oder Überdrucken annähern zu lassen.

Kann Digitaltransfertinte auf herkömmlichem Transferpapier verwendet werden?

Nein. Digitaltransferpapier für Tintenstrahlverfahren wird mit Farbstofftinte bedruckt und benötigt eine für den Druckkopf geeignete Tintenaufnahme und Trocknungseigenschaften. Herkömmliches Offset- und Siebdruck-Transferpapier verwendet dagegen schmelzklebstoffbasierte Beschichtungstinten mit einer anderen Zusammensetzung. Eine Vermischung kann die Druckköpfe verstopfen oder den Transfer verhindern. Bereits bei der Papierauswahl müssen daher die Anforderungen an die Trägerpapierfestigkeit, Ablösungseigenschaften, Tintenaufnahme, Gelbneigung und Temperaturbeständigkeit geprüft werden.

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