Verpackungszertifizierung

UN-Performancebene 3: Die tatsächlichen Grenzen bei Gefahrgutverpackungen – Verpackungscode, relative Dichte und Drucktestwert sind die drei Felder, bei denen Druckereien besonders häufig falsch übernehmen

📅 2026-10-21 ✍️ Wuxi Lexiang Printing & Packaging ⏱ 3Min. Lesezeit

💡 💡 Auf einen Blick

Die UN Specification Mark ist ein mechanischer Code aus 7 Segmenten: Typencode, Feststoff oder Flüssigkeit, Gefahrenklassenbuchstabe, Dichte oder Druckwert, Jahr, Länderkennung und Herstellercode. Kein Segment darf von der Druckerei eigenmächtig festgelegt werden. Die 3 häufigsten Fehler sind die Behandlung von 1A2 als Produktmodell für die Preissuche, die Verwechslung der relativen Dichte mit der Produktdichte und die eigenmächtige Änderung des Jahrescodes 25 in 2025. Die passenden Gegenmaßnahmen sind eine Bestätigungstabelle für alle 7 Segmente, die Anforderung des Prüfberichts des Verpackungsherstellers und ein Haftungshinweis auf dem Lieferschein.

Am Abend des 8. Oktober 2026 erhielt eine Druckerei mit Sitz in Suzhou, die Faltschachteln und Inneneinsätze herstellt, über WeChat eine englische Nachricht eines vietnamesischen Kunden. Im Anhang befand sich eine Abbildung einer UN Specification Mark. Der Kunde schrieb: „Genau wie abgebildet drucken, rote Farbe, wir brauchen nur die Schachtel.“

Auf der Abbildung stand 1A2/Y1.4/150/25/USA/+AB123. Der Vertriebsmitarbeiter leitete die Designdatei an die Druckvorstufe weiter, die den Satz einrichtete und die Platte belichtete. 7 Tage später erreichte die Charge der Inneneinsätze Vietnam. Eine Drittprüfstelle des Kunden schickte Muster mit dem einzigen Beanstandungsgrund zurück: „Das 4. Segment der Performancekennzeichnung stimmt nicht mit den tatsächlich gemessenen Daten der Verpackung überein.“

Bei der Prüfung zeigte sich, dass die Kennzeichnung an 3 Stellen falsch gedruckt worden war. Jeder dieser Fehler entsteht besonders leicht, wenn eine Druckerei unter dem Vorwand arbeitet, sie drucke lediglich die Kundenvorgabe.

Was die UN Specification Mark bedeutet: 7 Segmente als mechanischer Code, keine Produktbezeichnung

Das rote Rautenzeichen auf exportierten Gefahrgutverpackungen, etwa Lithiumnetz-Einsätzen, Chemiefässern oder Transportboxen, enthält weder eine Produktbezeichnung noch eine Kundenartikelnummer oder einen selbst gewählten Namen des Verpackungsherstellers. Es handelt sich um die UN-Verpackungskennzeichnung nach den Empfehlungen der Vereinten Nationen für den Transport gefährlicher Güter und den dazugehörigen Modellvorschriften. Sie besteht aus 7 Segmenten, die sämtlich auf Messungen oder registrierten Angaben beruhen. Keines der Segmente ist erläuternder Natur.

SegmentAngabeQuelle aus Messung oder RegistrierungKann die Druckerei selbst entscheiden?
1Verpackungstypencode, etwa 1A2 / 4G / 4CRegistrierung der Verpackungsbauart und des MaterialsNein
2Für Feststoffe (S) oder Flüssigkeiten (L)Prüfbedingungen der VerpackungNein
3Kennbuchstabe der Gefahrenklasse X/Y/ZPrüfung der Festigkeitsstufe der VerpackungNein
4Relative Dichte bei Flüssigkeitsverpackungen oder hydrostatischer Druckwert in kPa bei FeststoffverpackungenMessungNein
5Produktionsjahr als 2-stellige AngabeProduktionsdatumNein
6Länderkennung des ProduktionslandesProduktionsortNein
7Herstellercode der VerpackungsfabrikRegistriernummer der VerpackungsfabrikNein

Mit anderen Worten: Keines der 7 Segmente darf von der Druckerei nach Erfahrungswerten festgelegt werden. Der vollständige Code wird aus dem Prüfbericht des Verpackungsherstellers übernommen und lediglich auf das Bedruckmaterial übertragen. Die vietnamesische Charge wurde nicht wegen einer schlechten Einrichtung zurückgewiesen, sondern weil der Wert im 4. Segment nicht zu den Prüfdaten der Schachtel passte. Vor dem Druck hatte die Druckerei den Prüfbericht jedoch nie angefordert.

Grenze 1: Die drei Bestandteile des Verpackungscodes 1A2 werden als ein Modell behandelt

1A2 enthält unabhängige Informationen in jeder Stelle: Die erste Stelle 1 steht für eine Trommel- oder Kistenverpackung für Feststoffe, während 4 für eine Faserstoffkiste und 3 für eine Box steht. Die zweite Stelle A bezeichnet Stahl als Material; B bedeutet Aluminium, C Naturholz, D Sperrholz, F Faserstoff und G Faserstoff, wobei die G-Kategorien nochmals durch Ziffern unterteilt werden. Die dritte Stelle 2 steht für eine nicht herausnehmbare Innenauskleidung; 1 bezeichnet eine herausnehmbare Auskleidung.

Der häufigste Fehler besteht darin, 1A2 als Produktmodell des Kunden zu behandeln. Bei einer Bestellung eines 1A2-Fasses sucht die Druckerei daher in ihrer internen Preisliste nach einer Position namens 1A2 und fragt bei fehlendem Eintrag, ob der Kunde das zuletzt angebotene 1A2-Modell meint. Die Angabe 1A2 hat in beiden Sätzen eine völlig andere Bedeutung: Einmal ist sie ein UN-Spezifikationscode, einmal eine interne Produktnummer der Druckerei.

Was die Druckerei tatsächlich tun kann: In der Vorprüfung werden die 7 Segmente in eine Tabelle zerlegt und dem Kunden zur schriftlichen Bestätigung segmentweise vorgelegt. Dabei sollte ausdrücklich vermerkt werden, dass die Druckerei die Kennzeichnung ausschließlich nach den bestätigten Angaben druckt und für deren sachliche Richtigkeit keine Haftung übernimmt. Dieser Hinweis ist keine Abschiebung, sondern dokumentiert die tatsächliche Stellung der Druckerei in der Lieferkette. Sie führt keine Verpackungsprüfungen durch, fertigt keine Verpackungsbauformen und bedruckt lediglich die zur Kennzeichnung bestimmte Fläche.

Grenze 2: Die relative Dichte 1.4 wird als Produkt- oder Inhaltsdichte verwechselt

Im 4. Segment steht bei Flüssigkeitsverpackungen die relative Dichte. Die Angabe 1.4 bedeutet, dass die Verpackung mit einer Flüssigkeit der Dichte 1.4 geprüft wurde. Bei Feststoffverpackungen steht an dieser Stelle der hydrostatische Drucktestwert; 150 bedeutet 150 kPa. Keiner dieser Werte ist die Dichte des Kundenprodukts oder das Gesamtgewicht einer beliebigen Packungseinheit.

Der Fehler entsteht häufig auf folgende Weise: Der Kunde sagt mündlich, das Produkt sei eine Flüssigkeit mit Dichte 1.4, und die Druckerei trägt 1.4 umgehend in das 4. Segment ein. Tatsächlich beträgt die Dichte der Flüssigkeit jedoch 1.25, während 1.4 eine strengere Prüfbedingung war, die der Verpackungshersteller damals ausgewählt hatte. Wird 1.4 gedruckt, verlangt der Transportdienstleister des Kunden eine Verpackung der Stufe 1.4, die Prüfung schlägt jedoch fehl. Die Druckerei trägt hier Verantwortung, weil sie den Wert auf das Bedruckmaterial übertragen hat.

Ein weiterer, weniger sichtbarer Fehler besteht darin, 1.4 als 1,4 oder 1.40 zu setzen. Das UN-Modell schreibt die Darstellung dieses Segments ausdrücklich vor: Das Dezimalzeichen muss ein Punkt sein; Tausendertrennzeichen und zusätzliche Nullen nach dem Dezimalpunkt sind unzulässig. Bei der visuellen Kontrolle fällt ein solcher Fehler kaum auf, kann bei der Formatprüfung einer Prüfstelle aber unmittelbar zur Bewertung als nicht konform führen.

Was die Druckerei tatsächlich tun kann: In der Vorprüfung werden nur zwei Quellen akzeptiert: ein PDF-Prüfbericht des Verpackungsherstellers oder eine vom Kunden unterzeichnete Spezifikation. Angaben wie „ungefähr 1.4“ in einem WeChat-Chat werden nicht als ausreichende Grundlage betrachtet. Stattdessen wird eine schriftliche Bestätigung per E-Mail angefordert, wobei die E-Mail den Zahlenwert wiederholen und der Kunde ihn ausdrücklich bestätigen muss.

Grenze 3: Das Produktionsjahr 25 wird als 2025 gedruckt

Das 5. Segment ist eine zweistellige Jahresangabe. Eine im Jahr 2025 gefertigte Verpackung trägt 25, eine aus dem Jahr 2026 trägt 26. Besonders häufig wird diese Angabe aus vermeintlich guten Gründen verlängert: Nachdem die Druckvorstufe in der Designvorlage „2025“ sieht, empfindet sie die 2-stellige Angabe als zu kurz und professionell unzureichend und ändert sie eigenmächtig.

Das ist kein reines Gestaltungsproblem. Das Jahr dient dazu festzustellen, ob die Verpackung die vorgeschriebene Prüffrist überschreitet. In den meisten Ländern und Regionen müssen Gefahrgutverpackungen regelmäßig typgeprüft oder erneut鉴定 werden. Die Jahresangabe ist der Bezugspunkt für die Rückverfolgung durch die Prüfstelle. Ein falsches Jahr wirkt, als wäre der gesamten Charge ein Prüfzeitpunkt zugewiesen worden. Kommt es später zu einem Transportunfall, reißt die Rückverfolgungskette bereits an diesem Segment der Kennzeichnung ab.

Ein weiteres zusammenhängendes Problem betrifft die Länderkennung im 6. Segment. USA steht für die Vereinigten Staaten, CHN für China und DEU für Deutschland. Produziert eine Druckerei in Wuxi und druckt sie dort, ist CHN sachlich richtig. Verwendet der Kunde jedoch Markenverpackungen eines Verpackungsherstellers, der in Vietnam produziert, während die Druckerei nur den Druck übernimmt, hängt die zutreffende Angabe davon ab, welches Unternehmen in der Lieferkette als Verpackungshersteller gemeint ist. Dies muss in der Vorprüfung geklärt und darf nicht stillschweigend von der Druckerei angenommen werden.

Die 3 wichtigsten Maßnahmen der Druckerei

Maßnahme 1: Die Kennzeichnung in eine Bestätigungstabelle mit 7 Segmenten zerlegen. Sobald ein Auftrag mit UN Specification Mark eingeht, wird vor der Plattenvorbereitung eine Tabelle erstellt. Für jedes Segment wird eine Zeile angelegt, und der Kunde bestätigt sie einzeln oder liefert den richtigen Wert. Diese Tabelle wird zusammen mit der Antwort des Kunden archiviert.

Maßnahme 2: Quelldokumente verlangen. An den Kunden geht die Rückfrage: „Jeder Wert dieser Kennzeichnung muss durch einen Prüfbericht des Verpackungsherstellers belegt sein; wir drucken nach dem Bericht. Können Sie bitte eine Scan-Kopie des Berichts bereitstellen?“ Damit wird die mündliche Kundenaussage als besonders riskante Datenquelle aus dem Prozess ausgeschlossen.

Maßnahme 3: Einen Haftungshinweis auf den Lieferschein aufnehmen. Auf dem Lieferschein ist zu vermerken, dass der Inhalt der UN-Spezifikationskennzeichnung vom Kunden schriftlich bestätigt wurde, die Druckerei ausschließlich den bestätigten Inhalt druckt und die Richtigkeit dieses Inhalts von der bestätigenden Partei zu vertreten ist. Der Wert eines solchen Hinweises bei der Aufklärung eines Unfalls entspricht häufig dem Warenwert einer ganzen Charge.

Weiterführende Informationen

#UN Performanceklasse #Gefahrgutverpackung #Exportverpackung #Verpackungskennzeichnung #Druckerei #Compliance #Lithiumbatterieverpackung

Häufige Fragen

Die UN Performancekennzeichnung wird von der Druckerei gedruckt. Haftet die Druckerei bei einem Fehler vollständig?

Für die sachlichen Daten ist die Partei verantwortlich, die sie bereitgestellt, also der Verpackungshersteller oder der Markenkunde. Für Druckfehler wie 25 statt 2025 oder 1,4 ist die Druckerei jedoch unmittelbar verantwortlich, weil sie den Wert auf das Bedruckmaterial übertragen hat. In der Praxis trägt die Druckerei bei reinen Formatfehlern die Hauptverantwortung. Waren die Daten selbst falsch und wurden sie vom Kunden schriftlich bestätigt, haftet die bestätigende Partei. Die entscheidenden Nachweise sind die Bestätigungstabelle aus der Vorprüfung und die schriftliche Antwort des Kunden.

Wie wird der Verpackungstypencode 1A2 gelesen?

Die erste Stelle bezeichnet den Verpackungstyp: 1 steht für Trommel oder Kiste für Feststoffe, 2 für eine Feststoffbox, 3 für eine Flüssigkeitsbox und 4 für eine Faserstoffkiste oder einen daraus gefertigten Kasten. Die zweite Stelle bezeichnet das Material: A=Stahl, B=Aluminium, C=Naturholz, D=Sperrholz, E=Sperrholz, F=Faserstoff, G=Faserstoff mit weiteren Unterteilungen wie G1/G2/G3, H=Kunststoff, I=Papier und N=Verbundmaterial. Die dritte Stelle bezeichnet die Auskleidung: 1 steht für herausnehmbar und 2 für nicht herausnehmbar. 1A2 bedeutet daher eine Stahltrommel für Feststoffe mit nicht herausnehmbarer Auskleidung.

Bedeutet die relative Dichte 1.4, dass die Dichte meines Produkts 1.4 beträgt?

Nein. Dieser Wert ist die Dichte der Prüfflüssigkeit, die der Verpackungshersteller für die Typprüfung ausgewählt hat, und bezeichnet die obere Dichte, die die Verpackungsstruktur für Flüssigkeiten verträgt. Liegt die tatsächliche Produktdichte darunter, ist das unproblematisch. Ist die vom Kunden mündlich angegebene Dichte höher als der Kennwert, ist die Kennzeichnung selbst nicht konform. Der Wert muss mit dem Verpackungshersteller geklärt und darf nicht aufgrund einer mündlichen Aussage geändert werden.

Der Kunde sendet nur ein Bild über WeChat und besteht darauf, dass genau so gedruckt wird. Wie soll die Druckerei vorgehen?

Sie sollte nicht sofort den Druck beginnen. Eine geeignete Antwort lautet: „Vielen Dank. Damit eine Prüfstelle die Sendung später nicht wegen formaler Abweichungen zurückweist, bestätigen Sie bitte die 7 Segmente dieser Kennzeichnung oder stellen Sie den Prüfbericht des Verpackungsherstellers bereit. Wir drucken entsprechend Ihrer schriftlichen Bestätigung.“ Das Bild ist zu archivieren und dem Kunden ist die segmentweise Tabelle zu senden. Besteht der Kunde auf einer schriftlichen Bestätigung, kann die Druckerei die Annahme ablehnen oder auf dem Lieferschein vermerken, dass der Kunde nur ein Bild und keinen Prüfbericht bereitgestellt hat und die Verpackung nach dieser Vorgabe bedruckt wird.

Ist die zweistellige Jahresangabe im 5. Segment wirklich kein Schreibfehler?

Nein. Die Modellvorschriften der Vereinten Nationen sehen für dieses Segment eine zweistellige Jahresangabe zur Kennzeichnung des Produktionsjahres der Verpackung vor, damit sie mit den regelmäßigen Prüfungen beziehungsweise der erneuten Bewertung abgeglichen werden kann. Die Angabe 2025 ist formal unzulässig und wird bei der Prüfung unmittelbar als nicht konform bewertet. Wichtig ist außerdem, dass es sich um das Produktionsjahr der Verpackung handelt, nicht um das Bestelljahr oder das Druckjahr. Bei Lohnverpackung kommt es deshalb besonders leicht zu Verwechslungen.

Unsere Druckerei bedruckt nur die Kennzeichnungsfläche und stellt selbst keine Verpackungstrommeln oder -boxen her. Müssen wir trotzdem die UN-Kennzeichnung verstehen?

Ja. Die bedruckte Fläche ist der einzige Ort, an dem die Kennzeichnung auf das tatsächliche Produkt übertragen wird. Der Kunde kann die Druckerei anweisen, die Vorgabe zu übernehmen. Sie ist die letzte Stelle, an der ein Fehler vor dem Druck erkannt und gestoppt werden kann. Auch ohne Kenntnisse der Verpackungsprüfungen muss die Druckerei verstehen, dass keines der 7 Segmente verändert werden darf und ohne schriftliche Bestätigung kein Druck beginnen sollte. Beide Regeln verursachen keine zusätzlichen Kosten und können eine ganze Risikokategorie abwenden.

Benötigen Sie eine individuelle Verpackungslösung?

Erfahren Sie mehr über Verpackungen oder holen Sie direkt eine individuelle Lösung und ein Angebot ein